Brüssel ist die langweiligste Stadt der Welt.

aber die lustigste und ich habe sie sehr vermisst.
Und eigentlich stimmt sowieso nicht, was der Titel hier verlauten lässt.
Ich war noch mal da, zurück in alter Teilzeitheimat. Zurück bei E. und J. und ich kam,
um meine Masterarbeit zu verteidigen. So kam ich denn als Karla und ging zurück als Master-Karla.
Aber das nur am Rande.
War dies zwar offizieller Anlass, war der inoffiziellere und gleichwohl viel bessere Anlass,
die ganzen Marolles-Kids wiederzusehen.
Unsere ‚best WG in town‘ lebte für ein Wochenende noch mal auf. Trotz resignierendem Kühlschrank.
Special guest war J. und zusammen waren wir wieder vereint, unsere kleine Mädchen-Gang.
Und weil Brüssel die langweiligste Stadt der Welt ist, erlebten wir so viel Witziges wie selten an nur einem Wochenende.
Pommes waren dabei. Natürlich, ohne geht ja nun nich‘. Und Sekt. Viel Sekt. Zum Frühstück, zum shoppen, zum Feiern.
Alles so wie immer. Die Nachbarn auf der Straße grüßten als wäre ich nie weg gewesen. War ich ja gefühlt auch gar nicht.
Ausflüge ins Lava, ins Bizon, kennen wir zu viele Bartender? Café Central, Bonnefoi, wo Nasty Bartender wieder auftauchte und alle zu seinen Swing-Schätzen das Tanzbein schwangen.
Neue Freunde aus Schweden und Amsterdam. Ein paar Heiratsanträge für jedes Mitglied unserer Gang.
A normal night in BXL. Vielleicht.
Neuer Brüssel-Buddy J., der übrigens auch schon wieder ein Bartender ist, rettete J und mich vor dem Gang fight, welche Gang uns denn nun zuerst gesehen hatte. Öh, keiner? Schnell weg hier. Croissant und O-Saft um 10 bei dem Croissant-Mann Tarek. J. spielt Beschützer und Brüssel-Guide, ehe er sich von uns verabschiedet.
Tschüssie, bis zum nächsten Mal! Vielleicht morgen in deiner Bar.
Und wir, wir wollten ja eigentlich nach Hause gehen. Aber die Sonne schien und die Kirche hat offenbar nur hier und jetzt offen. Also rein da. Kurz. Denn ich bin ja gar nicht katholisch.
Eine Pause vom Spaß in der Sonne am selten so leer gewesenen Skaterplatz.
E.! Wo ist eigentlich E.?
Wir rufen sie am anderen Ende von Marolles und wer hat es gehört? E. selbst. Sie dachte, sie träumt.
Komm, E., komm, du hast schon zu viel verpasst, wir müssen jetzt zu Crêpes-Man, das ist wichtig.
Also geht es weiter in der langweiligsten Stadt der Welt. Auf zum Gare du midi und zu Crêpes-Man.
Doch am Place Jeu du Balle werden wir schon wieder aufgehalten. Unsere Mitbewohnerin A. sitzt da, offenbar auch noch unterwegs ohne geschlafen zu haben mit ihren Freunden. Der eine hat einen retro Ghettoblaster dabei. Was kann es Besseres geben? Nichts. Und so tanzten wir schon wieder, mitten auf der Straße, neben uns das Radio.
Zu Crêpes-Man schafften wir es denn doch noch. Gerade so. Die Nacht war lang und wir sind nun müde. Die Gang geht schlafen.
Brüssel ist die langweiligste Stadt der Welt und es ist schrecklich hier. Wirklich.
BXL, my friend, you killed me, again.