Iceland.

Keine Worte für Island.
Ich besuche V., die hier gerade wohnt.
Nach einem unendlich langen Winter in Berlin, der seit wenigen Tagen erst vorüber scheint, fiel es schwer, die Daunenjacke wieder aus- und in den Rucksack zu packen.
Von oben sieht Island schwarz weiß aus. Die fließenden Bäche und Flüsse sehen von oben aus wie fließendes Öl. Kaum gelandet, ist klar, warum.
Insel aus Lava. Die Insel ist schwarz, gespickt mit grünem Moos, braunen Gräsern und weißem Schnee. Berge. Oder sind es Vulkane? Natur in Essenz.
Immer schon wollte ich nach Island. Jetzt ist es endlich soweit.
Geschehen lassen. Sehen. Beobachten. Reinwerfen.
Ein Roadtrip mit V. am Sonntag. Je weiter wir fahren, desto winterlicher wird alles. Streckenweise würde ich dir auch glauben, wir sind in der Wüste.
Unglaublich. Alles.
Reykjavik ist klein. Anders als vorgestellt. Vor allem architektonisch.
Bei Braud gibt es die leckerste Zimtschnecke. Den Kaffee dazu gibt’s gleich gegenüber.
Ohne V. stürze ich mich in die Touribusse. Sie bringen mich zur am besten besuchten Blauen Lagune. Es ist schon etwas absurd, all die Touristen mit wenigstens dem Selfie-Stick im Wasser. Die anderen lassen sich gleich mit Spiegelreflexkameras in schönster Pose vom Partner ablichten. Ich tauche einfach ab und freue mich, an einem Ort zu sein, wo Björk schon war und andere Größen sicher auch.
Welch abgefahrenes Panorama.
Apropos Björk. Natürlich spielt sie, wenn ich hier bin. V. und ich gehen hin. Ein Kino und dann ist sie da tatsächlich. Elfenhaft. Eine Feminismusshow in Reinform. Außer zwei nebensächlichen männlichen Musikern sind da nur Feen. Björk und ihr Elfenorchester aus Querflöten und einer Harfe. Sie tanzen um einen Uterus.
No pictures because it happened. Björk hat Fotos verboten. Und umso mehr ist man versunken in diese Utopie, die sie aufbaut. Als es vorbei ist, kann es keiner glauben.
Eine weitere absurde Touristentour bringt mich zum Golden Circle. Mich und 100 Kanadier. Ich finde den Witz darin. Auch, dass die unberührte Natur umzingelt wird von einer Mijon Touristen. Jeden Tag.
Aber ohne Führerschein kein Mietauto und ohne Mietauto eben Touri-Spaß.
Der letzte Abend mit V. ist fantastisch. Wir gehen nur ins Schwimmbad um die Ecke. Aber hier sind die Touristen nicht. Und wir lassen es uns gut gehen in warmen Bädern, Sauna und Dampfbad.
Märchenhaft schön war diese Woche. Ich komme wieder. Dann aber besser mit Führerschein und Mietauto.