Neustockland.

Vielleicht zum letzten Mal draußen in diesem Jahr.
Mit Jacke, dickem Pulli und Mütze tanzt es sich ganz kuschlig.
Brennende Tonnen wärmen ausgekühlte Hände.
Vom Stockturm fliegen Feuerbälle in die dunkle, eben noch so kühle Luft.
Und plötzlich regnet es Konfetti in langen Fäden.
Im Vordergrund die Musik und wieder so viel Glitzer in den Gesichtern der Leute.
Die Bar serviert Kaltes und auch Warmes. Den ersten Glühwein in diesem Jahr bekommst du hier.
Paul, vielleicht hieß er so, wünscht deshalb allen Frohe Weihnachten und will Mädchen an seinem Glühwein nippen lassen. Das letzte hatte abgelehnt und ihn dabei angelächelt.
Flo tanzt Mädchen an. Das macht er eigentlich nur, wenn er betrunken ist. Vielleicht ist Mia die erste und wirklich die einzige, die er anspricht, sie glaubt das aber nicht.
„Oh nein, jetzt quatscht dieser Typ sie auch noch an. Denkst du. Und dann schaut ihr euch tief in die Augen und es kommt dieser Song. Wäre es vielleicht ein anderer gewesen, vielleicht hättest du dich jetzt verliebt.“ Sagte er so zu Mia. Und tanzte an ihr vorbei, noch bevor sie etwas dazu sagen konnte.
„Weintrauben? Willste?“
An den Feuertonnen machen sich eben noch Unbekannte bekannt.
„Bist du denn schon 18? Wie um Himmels willen bist du hier rein gekommen?“
„Aber, aber… ich bin doch schon viel älter.“
„Bestimmt gehört deinen Eltern das alles hier, ist doch so, oder? Und deshalb bist du hier.
Und was machst du sonst so? Auf welchem Trapez spazierst du so herum? Du machst doch bestimmt irgendwas mit Jazzdance.“
„Ja, ja. Ganz genau so ist das.“ Heute auf jeden Fall.
Die Sonne geht später auf als sonst. Ansonsten ist alles wie immer.

Junkel Funkel