Die Zwischenseite hat sich umgezogen.

… und ist jetzt hier. Ganz frisch, herausgeputzt für euch. Mit .de-Domain und so.
Hip, Hip, yes, yes.
Bis auf die cool-Kids-Aufmachung bleibt vieles beim Gewohnten, manches wird schöner, sicherlich. Vielleicht.
Neulichkeiten gibt es jetzt hier – live und in Farbe und mit viel Liebe fürs Detail.

Das Alte gibt’s der Melancholie wegen auch weiterhin zu sehen.
Manches nicht mehr so hübsch wie in der alten Blogspot-Aufmachung, aber immerhin.
Wenn ihr sentimental durchs Fotoalbum blättern wollt, bitte sehr.

Die Zwischenseite ist ganz aufgeregt und gespannt wie ein Flitzebogen wie sie euch denn so
gefällt.

Bis dahin. Peace and Love in Bruxelles.

Ugly Belgian Houses

Inspiriert von diesem hübschen Blog hier uglybelgianhouses.tumblr.com ein paar Bilder von der VUB.
Wirklich ehhhh… schön! Immerhin, mein Institut ist ausgegliedert und im Gegensatz zu diesen Bunkern hier ganz hübsch. Puh!

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La nuit blanche

Weiße Nächte in Brüssel.
Performances und die Künste.
Rundum Marolle. Die ganze Nacht.
Mit Malte und Hanna.
Ein gerettetes Stadtarchiv.
Fische im Aufzug.
Maria an der Kapelle.
Techno unter der Brücke.
Belgisches Bier.
Und jemand, der den Schwanz einzieht.
Ein anderer hat in den Nachtbus gekotzt.
Dummerweise in meinen.

Ixelles

Mit Pavel im Szenebezirk Ixelles. Als „Local“ zeigt er mir die Stadt.
Kaffee im Delecta, wo es drinnen aussieht wie in einem Daily im Amerika der 60er Jahre.
Auf einen Spaziergang zum La Cambre, ehemals Kloster, jetzt Architektur- und Designhochschule.
Im Park spielen Pfadfinderkids. Eines wird mit herab gefallenen Blättern gespickt.
Los, eins noch, dann siehst du aus wie ein Baum.
Im Klostergraben schwimmen Goldfische. Sie stechen heraus.
Und dann zurück zum Place Flagey.
Das Café Belga ist Brüsseler Hipstertreffpunkt, sagt Pavel.
Und tatsächlich, es ist am Sonnensonntag gut bevölkert vom Sonnenbrillenvolk.
Wir gehen nicht rein.
Wir kaufen uns Jupiterbier beim Paki, was man aber gar nicht sagen soll, also nennen wir es Späti und trinken unser Bier auf den Holzbänken des Platzes.
Vielleicht zum letzten Mal für dieses Jahr speien die Föntänen auf dem Platz Wasser.
Ein Kind fährt immer wieder mit dem Fahrrad hindurch und ist am Ende ganz durchnässt.
Nicht, dass das abzusehen war!
Die Pommes von Flagey schmecken ähnlich gut wie die an la Chapelle.
Wenn das so weitergeht, verwandeln wir uns in eine große Kartoffel.

Das Les Penates ist ehemals Fleischerei gewesen. Heute ist es von Spaniern betriebene Bar.
Wir essen Hummus und trinken Bier dazu.
Wie kommt es nur, dass das belgische Bier so schnell betrunken macht?
Das werden wir heute nicht mehr herausfinden.
Bonne nuit.

Auf Brüsseler Pfaden

mit Gregory.
Im größten Chinasupermarkt der Welt. Mindestens. Ganz sicher.
Einer Mijonen Kirchen.
Und nur einem Kirchen-DJ.
Mit Pommes und den Skaterkids von neulich.
Ohne High-Heel-Görls.

Auf ein Wiedersehen

[audio:http://www.zwischenseite.de/audio/bluesarestillblue.mp3]

mit den Laundryadventures.
Aus lokaler Flexibilität: Aventure du salon lavoir.
Oder so.
Das mit dem Französisch lassen wir besser.
Der Salon lavoir meines Vertrauens trägt im Übrigen weder ein „Europa“ noch europäisch anmutende Sternchen im Logo. Zu behaupten, das hätte meine Wahl beeinflusst, wäre übertrieben. Aber doch macht es ihn irgendwie sympathisch. Mein Salon lavoir heißt Sun Wash Center. In jener Stadt, die sich bisher vor allem verregnet zeigt und die wahrscheinlich neben ihrer Pommes vor allem für ihr nasses Wetter bekannt ist, stimmt das doch optimistisch. Wenn ich Glück habe, sitzt wieder die dicke alte Frau mit ihrer Enkelin auf der Bank und schaut apathisch den vorbeifahrenden Bussen hinterher. Das macht sie öfter, obwohl eine Maschine hier rund drei Euro fünfzig kostet und es ist mir aufgefallen, obwohl ich hier heute zum ersten Mal waschen gehe und mir die Enkelin erstmal einen Einführungslehrgang in die Bedienung der Waschmaschine geben muss.
Soweit. To be continued.

I left my washing in the launderette
You can put some money on it, you can place a little bet
That when I see my washing
The black will be grey and the white will be grey
But the blues are still blue
– Belle & Sebastian „The Blues are still blue“

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Erster Schultag

Nach nun etwas mehr als einer Woche lernte ich heute meine Schulkameraden für die nächsten 10 Monate hier in Brüssel kennen. Es gab Schnittchen, eine Millionen Milliarden Informationen, die ich zur Hälfte schon wieder vergessen habe und eine Stadtführung mit Bus. Hell yeah. Und wir betraten die heiligen Hallen der Europäischen Kommission.

Europa, ach ja. Neben all den Waschsalons, Fahrschulen und Kindergarten, die nicht drauf verzichten entweder ein „Europa“ im Namen zu tragen oder ihr Logo mit Europasternchen zu verzieren, gehen die Europäischen Institutionen hier trotz ihrer Größe beinahe verloren. Brüssel absurd.

 

Meet & Greet mit neuer Stadt.

Es gehört zu den schlimmsten Dingen eines jeden Anfangs an neuer Uni – Einführungswochen und Buddy Groups. Diese hier geht eigentlich. Die VUB begrüßt uns mit einer Stadtführung zu Fuß durch Brüssel. Ich treffe Hendrik, Mixi, Jonna, Malte und das Männeken Pis. Er ist kleiner und unaufregender als gedacht. Aber das ist die Mona Lisa auch irgendwie. Wo die Leute feiern gehen, wo es die besten Pommes und das beste Bier gibt, wo isst man Muscheln und was hat die Brüsseler Oper mit Münzen zu tun, das alles weiß ich jetzt. Ich komme langsam an.

La vie bruxelloise.

I.
Nach einer kurzen Nacht,
dem Packen letzter Kisten und einer ziemlich leer hinterlassenen Bude in Berlin
bin ich heute in meinem neuen Parttimezuhause Brüssel gelandet.
Kacke, das fühlt sich grad noch irre komisch an, obwohl wir das ja schon mal durch haben
mit Stockholm.
Aber dann:
A warm welcome in Colonel Bourg in der neuen WG.
Nathalie und Sarah heißen meine beiden neuen Mitbewohnerinnen.
Colocation avec les filles.
Sie empfangen mich so herzlich. Das macht die Ankunft leichter.
Küsschen.
Wir trinken Tee und sprechen ein Französisch-Englisch-Mischmasch.
Es ist schön, jetzt nicht alleine zu sein
und ich glaube, das hier wird gut.
Et voilà: das ist mein neuer Palast.
70er Jahre Chic in Schaerbeek.
Colonel Bourg
Home bruxelloise
II.
Nach ein paar Stunden Schlaf und erster Nacht im neuen Zuhause
geht’s mir schon besser.
Brüssel ist grau und verregnet,
mein Französisch im Winterschlaf
und wie immer führt der erste Gang zu IKEA.

Fun fact:
Meine Mitbewohnerinnen, ihre Schwestern und gefühlt alle arbeiten bei IKEA.
N. nimmt mich mit und schenkt mir ihren Mitarbeiterrabatt.
IKEA schenkt mir ungefragt gleich eine ganze Matratze.
Man kann ja auch mal Glück haben, nicht?

Fun fact 2:
Sarah.
Sie hat eine nicht ganz nachvollziehbare Leidenschaft für Tiere und den König der Löwen.
In ihrem Zimmer stapeln sich Plüsch-Simbas und Pumbas.
Und noch am Ankunftstag fragte sie mich, ob ich ein Problem mit Tieren habe.
Habe ich nicht, wenn ich mich nicht um sie kümmern muss.
Es bestünde eine gewisse Gefahr, dass die Haustierchen dann verkümmerten.
Noch am selben Tag schaffte sie sich zwei Hamster an.

La vie bruxelloise – ist auch ein bisschen drôle.

III.
Brüssel ist immer noch grau. Es regnet. Es ist kalt.
Und alle meine Mitbewohner arbeiten heute bei IKEA.
Ich fühle mich heute irgendwie alleine.
Aber das gehört dazu in den ersten Tagen.

Ich fahre zur Uni, mache erste Erledigungen wie die meiner Immatrikulation.
Der Campus der VUB ist wahrscheinlich einer der hässlichsten, die ich je gesehen habe
und wird durch den Grauschleier des Regentages nicht unbedingt schöner.
Lost in translation.
Es dauert eine Weile, ehe ich die Stelle finde, wo ich mich einschreiben kann.
Meine Füße sind nass und ich verfluche die Entscheidung, meinen Regenschirm optimistisch in die noch nachzuschickenden Pakete gepackt zu haben.

Die Stimmung hellt sich auf, als ich beim Institute for European Studies, immerhin
dem Insitut ankomme, bei dem ich nun das Abenteuer LL.M. antrete.
Ein modernes und gar nicht mehr so hässliches Gebäude und sehr schöne Klassenräume.
Puh. (!)
Der hässliche VUB-Campus kann mir also ein bisschen egaler sein.

Auch das Gefühl des Alleinseins stellt sich noch ein.
Als ich mich dabei erwische, mir selber leid zu tun, kommen meine Mitbewohnerinnen
von der Arbeit und stürmen in mein Zimmer.
Endlich, ihr seid wieder da.
Im Wohnzimmer trinken wir Wein und lernen uns wieder ein bisschen mehr kennen.

IV.

Ein Tag Einsamkeit zelebrieren reicht, finde ich und so treffe ich mich am
Nachmittag mit Griet und Thibaud in St. Gilles.
Ja, es regnet immer noch. Und Brüssel zeigt sich immer noch nicht von seiner schönsten
Seite, aber ich habe beschlossen, nicht darauf zu warten.

In Brüssel finden gerade die Journées des Patrimoines statt.
Sonst zum Teil gar nicht zugängliche Schätze der Stadt öffnen ihre Pforten.
So auch das alte Aegidium, ehemals Kino, Tanzsalon und Theater.
Auf dem alten Parkett kann man sie geradezu noch tanzen sehen in längst vergangenen Zeiten.
Ansonsten ist das Haus sanierungsbedürftig deluxe.
Vermutlich steht es deshalb nicht mehr regulär dem Besuch offen.

Danach spazieren wir ins Maison Pilgrims. Ein altes Herrenhaus in St. Gilles.
Die Wände sind mit Stoff bezogen und im Wintergarten lädt ein Brunnen
zum Verweilen ein.
Im oberen Geschoss stellt ein junger Künstler seine Photographien aus.

Zuletzt gehen wir ins Rathaus von St. Gilles. Ein pompöser Bau, obwohl – so erzählt mir Thibaud –
St. Gilles so ziemlich die ärmste Commune der Stadt ist.
Im Gebäude selbst könnte ein anderer Eindruck entstehen, wenn ich so zu den verzierten Decken im Hochzeitssaal blicke.

Wie auch immer. Unseren Ausflug schließen wir in einem absolut kitschigem und gleichwohl
gemütlichen Café gleich gegenüber vom Rathaus ab. In unseren Rücken sitzen alte Damen mit Hund,
die ihren Kaffee hier trinken. Rechts turtelt ein entweder erst seit gestern verliebtes oder schon Jahrzehnte verheiratetes Paar. Dort drüben isst jemand Muscheln aus einem riesigen Topf.
Ich trinke Kaffee und lasse mir die erste Chance auf ein belgisches Bier entgehen.

Das Bier trinke ich erst am Abend.
Lisa ist zufällig auch gerade in der Stadt.
Ich besuche sie bei ihrer Freundin in Schaerbeek.
Wir gehen heute ins Café Central.
Auf dem Tanzflur tanzen sie zu Soul.
Die Wände sind ganz mit Holz ausgekleidet.
Am Tisch weit vorn zeichnet ein älterer Herr die Leute mit Kohle.
An der Bar gibt es eine fast überfordernde Auswahl an Bier.
Draußen steht eine Traube von Menschen, die Leute rauchen und unterhalten sich.
Junge Männer, die junge Frauen auf ihre Schönheit ansprechen.
Dazwischen wir.
Brüssel, du gefällst jeden Tag ein bisschen mehr.

Linie 2 Simonis // Métro
Journées des Patrimoines // Aegidium St. Gilles
Fotoausstellung im Maison Pelgrims
l’Hôtel de Ville St. Gilles
Sitzungssaal im Rathaus St. Gilles
Griet & Thibaud
V.
Und dann doch sowas wie Sonne.
Ich fahre zum Gare du Midi in der Hoffnung, ein günstiges 2nd Hand Fahrrad zu erstehen.
Ich muss mir den Weg durch die Menschenmassen bahnen.
Auf dem Markt bekomme ich ein Gefühl von Berlin.
Türkischer Markt in Kreuzberg oder der Markt hier in Brüssel, die Unterschiede verschwimmen,
hier wie dort fährt mir mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ein „Rentnershopper“ über den Fuß. Harr.

Ich finde den Fahrradmarkt und bin enttäuscht.
Die Auswahl ist bescheiden und die Preise horrend.
100 Euro für ein sehr wahrscheinlich gestohlenes Radl?
C’est trop chère, Monsieur!

Also laufe ich weiter, laufe zum Place de Jeu de Balle.
Hier ist Flohmarkt, jeden Tag und auch heute.
Ich suche immer noch nach einem Nachttisch und einem Spiegel.
Einen Nierentisch erstehe ich und freue mich, dass ich es mit meinem desaströsen Französisch
geschafft habe, den Tischleinverkäufer herunterzuhandeln.
Mit Tisch erkunde ich die Gegend, laufe zur Chapelle und
voilà, here they come: Meine ersten belgischen Fritten.
Es ist nur das petit paquet, die kleine Portion und doch reicht sie aus, um zu platzen.
Die Leute um mich herum amüsiert zudem, dass ich meine Pommes auf meinem Tisch abstelle.
Einer macht sogar ein Foto.
2 Sekunden Ruhm in Brüssel. Oh yeah.

Und dann finde ich die cool kids von Bruxelles. Die Skaterboys und High Heel-Girls
und fühle mich so lässig.
Tell Mommy, I hang with the cool kids now.

Ich laufe weiter in Richtung Justizpalast. Einfach so. Kann man sich ja mal angucken.
Hier belgische Schokolade, dort belgische Waffeln.
Oh weh, that’s why we’re fat.
An den Hauswänden Comics. Die sind vielleicht besser für die Gesundheit.

Ich komme am jüdischen Museum entlang und eigentlich will ich gar nicht hineingehen.
Museum doch lieber dann, wenn’s mal wieder regnet.
Doch ich komme nicht am Museumsmann vorbei, er zwingt mich geradezu einzutreten.
Heute nicht, erkläre ich ihm.
Er findet mich nett und bietet mir Kaffee und selbst gebackene Kekse an, erzählt mir, dass
sein Vater Franzose und seine Mutter Belgierin ist, aber er in Brüssel geboren wurde, sich nichts desto trotz eigentlich als Europäer, nein als Erdling fühlt und findet schön, dass ich aus Berlin komme.
Wie gentil!
Ich komme wieder, ganz bestimmt, verspreche ich und meine es so, nur heute, da mal die Sonne scheint, laufe ich weiter.

Vor dem Justizpalast gibt es Aussicht.
Never been so close to Hollywood.
In weißen Lettern hat jemand zumindest Hollywood
über die Fenster der obersten Etage eines Hauses gemalt.
Irgendwo rechts hinter der Chapelle blitzt das Atomium auf.
Well, hätten wir das auch abgehakt.

Ich schnall mir mein Nierentischchen um den Bauch und fahre nach Hause.
La vie bruxelloise… to be continued.

Markt am Gare du Midi
Ach ja, not to forget: Comics!
Jazz dans les rues
Vintage, Vintage.
Marché au puces
Muscheln.
La Chapelle
Et voilà: Fritten auf frisch erstandenem Nierentisch.
Tell Mommy I hang with the cool kids now!
Dickmacher #2: Schokolade
never been that close to Hollywood.
Atomium am Horizont.

//

Und zum Abschied winken – in der Hasenheide

Ein Fest zum Winken und auf Wiedersehen sagen.
Brüssel ruft.
Zum Abschied picknicken wir in der Hasenheide.
Im Baum flattern bunte Wimpel.
Die Kinder spielen Topfschlagen.
Fremde umarmen Bäume.
Experience the nature und so.
Well yes, das alles und ihr, ihr werdet mir fehlen!

Dachkino.

Unter Nachbarn. 
Letzte warme Tage. 
Vielleicht. 
Blues Brothers an die Wand. 
Mit Laken. 
Privatfeuerwerk im Hintergrund. 
Es könnte schlimmer sein, nicht?

Masurski Segeltörn.

Polen – Masurische Seenplatte.
Zum Segeln sind wir hier.
Auf drei Booten.
Sieben Tage.
Alles klar zur Wende?
Ist klar.
Und Konrad Radlmeier,
der nebenbei den Schwungradeffekt erfand.
Auch klar.
Am Ende über Warschau nach Hause.
Im Zug fällt der Seegang gar nicht so sehr auf.
Das Bordrestaurant ist der Tanzflur.
Lassen Sie sich bloß nicht vom Schaffner erwischen.
Ahoj.
El Capitano Os vom Team Kaos.
Warschau – Busbahnhof.
Stress im Bordrestaurant.

Brüssel.

Ein neues Abenteuer beginnt.
Brüssel.
Für zwei Tage hier, um ein Zimmer zu finden.
Unterwegs im Labyrinth einer noch fremden Stadt.
Das fühlt sich aufregend an und irgendwie gut.
To be continued in September.
Central Station

Fragen an Sie.

„Guten Tag,

ich hätte ein paar Fragen an Sie.
Vielleicht können Sie mir weiterhelfen.
Wie werde ich erwachsen? Wie werde ich groß?
Wann hört denn die Lust zum Spiel auf?
Und wie überhaupt entsteht die life-work-balance?
Was ist das eigentlich genau?
Entschuldigen Sie?
Wie kann ich mich denn auf eines konzentrieren? Auf eines, das offensichtlich total langweilig ist.
Wie wird denn der Ernst zum Mittelpunkt?
Wie kann er denn Mittelpunkt sein, wenn doch die Schaukel dort in der Mitte vom Feld steht. Hä?
Außerdem scheint die Sonne.
Entschuldigung, aber warum interessieren Sie sich denn für Aktien und nicht für die Kunst?
Ich verstehe Sie nicht so recht.
Könnte mir jemand anders vielleicht weiterhelfen als Sie?
Sie haben ja irgendwie gar keine Ahnung.“

Blumen im Schuh.

in den Guerillagärten auf dem Tempelhofer Feld. 
Hier wachsen die Blumen aus alten Schuhen und Taschen. 
Nichts, dem diese Schuhe besser passten als dieser Sonnenblume da. 

Flörtende Dönermänner.

Weil sie nachts noch Hunger hatte, kommt sie zur Dönerbude an der Ecke.
Es ist halb 2, sie kommt schon etwas müde aus einer Bar in der selben Straße.
„Ich hätt gern ’nen Döner“, sagt sie.
Der türkische Dönerbudenmann mittleren Alters lächelt sie eine Sekunde zu lang an.
Auf dem Kleingeldteller vor ihrer Nase steht ‚Döner macht schöner‘ geschrieben.
Darauf deutet er und sagt: „Das geht bei dir ja gar nicht mehr“.

Kreuzberg.

Feel.

Debut fürs Feel Festival am Kiekebuschsee bei Berlin.
Ein Samstagsausflug unter Mädchen.
Mit dem Radl von Blankenfelde vorbei am Geisterflughafen BER.
Mini-Fusion am See mit Strand und Musike direkt auf dem Wasser.
Mit Startschwierigkeiten.
Zu denen wohl auch zählt, wenn Acts kurzfristig absagen
und die Musik ab Mitternacht gedrosselt werden muss.
Welche Nachbarn sich wohl beschwert haben?
Fluggäste werden es wohl nicht gewesen sein.
Obwohl… Gespenster waren ohnehin zugegen.

Klunkerkraniche über den Dächern Neuköllns.

In 48h Neukölln gab es den Vorgeschmack.
Holzige Landschaft auf dem Parkdeckdach der Neukölln Arcaden.
Im Hintergrund Berlins Dächer.
Überall.
Zwischen Pflanzenkübeln und Gewächshäusern eine Bar.
Zusammengezimmert und gemütlich.
Auf der Holzinsel in der Mitte des Ganzen spielt jemand akustisch Musik.
Heute eröffnet: der Klunkerkranich.

UdK Rundgang.

Die Universität der Künste öffnet ihre Pforten.
Alljährlich lädt sie zum Rundgang.
Alle Studiengänge stellen sich vor.
Musik hier, Kunst da, staunendes Publikum dazwischen.
Was Tag der offenen Tür ist, ist inzwischen aber auch bekannt dafür, riesige Party zu sein.
Sehen und gesehen werden. Am Ende sehen alle irgendwie gleich aus.
Vom Hinterhof dröhnen hiphoppige Bässe.
Aus dem Obergeschoss klirrt Techno.
Inmitten irgendeiner Kunstinstallation rennt man mich über den Haufen.
Hell, yeah.
Wieder draußen, erstmal tief Luft holen…

Berlin Mitte Afterwork.

Strandbar am Monbijoupark der Schauplatz. 
Hier bekommt man ein Gefühl von Afterwork. 
Männer in Anzügen sitzen am Nachbartisch. 
Eigentlich müsste man Herren sagen. 
Sie trinken Bier. 
Wir Weinschorle. 
Auf dem eigens hierfür aufgebauten Parkett 
gibt man Salsa-Stunden für alle.
Pärchen schwingen ihr Tanzbein. 
Nebenan gibt’s Theater. 
Draußen. 
Frisch Verliebte treffen sich zum ersten Mal hier. 
Sie mischen sich unter die Anzugsherren. 
Und uns. 
Am Bodemuseum gegenüber spiegeln sich die leichten Wellenbewegungen der Spree. 
Immer wieder fahren Touristenschiffe vorbei und glotzen. 
Wir glotzen zurück. 
Wer winkt, verliert. 

lovin‘ every minute.

Ein Shorttrip. Zumindest sein Aufenthalt hier. 
J. came all the way from Australia. 
Vier Wochen Europa. 
Die ersten drei Tage verbringt er hier. 
Tempelhofer Feld. 
Mauerpark. 
Thunderstorms. 
So echte. Der Himmel dunkellilablau hinterm Fernsehturm.
Canada Day. 
Frühstück im A.Horn. 
Obwohl schon gar nicht mehr Canada Day ist. 
Schwedisch das bessere Deutsch. 
Man kann’s ja mal versuchen.
Prinzessinnengarten.
Ein Photoautomat.
Wiedersehen, Hugs and Kisses. 
Nach beinahe vier Jahren.
„We met on Facebook“ und chinesische Zigaretten. 
Zwei Tage, intensiv wie eine Woche. 
Und dann kommt der Zug nach Prag. 
Im Bus dorthin absurde Wiedersehen. 
A. aus Hamburg.
We also met in Stockholm. Irgendwie. 
Heute überrascht mich gar nichts mehr. 
„Loving every minute ‚cause you make me feel so alive.“
Tack så mycket. 

Wie viel Liebe wollt ihr?

Fusion 2013. 
Im Vergleich zu sonst sehr voll. Ein Ameisenhaufen von Menschen rollt über das Gelände.
Dazwischen wir.
Ansonsten wie immer. 
Kalt wars. 
Rebecca preist die Liebe vorm Karl Kutter.
Ein roter Liebestrank. Vielleicht.
„Wollt ihr Liebe?“
„Ja, hier, ich.“
„Wie viel Liebe wollt ihr denn?“
„Ich nehme zwei.“
„Da – Zwei Mal Liebe für dich.“
Hier regnet es Konfetti. 
Dort Schaum. 
Viele glitzern. 
Die Turmbühne lasert. 
Ein müder Kerl tanzt auf einem Scherbenhaufen. 
Er sucht nach Pilzen.
Dort geht die Sonne auf. 
Und im Casino lädt man zum betreuten Träumen. 
Der, der auf der Trancebühne schläft, braucht keine Betreuung mehr. 
Ein Drache speit Feuer und hebt die metallenen Flügel. 
Seine Augen leuchten. 
Andere auch. 
Und am Himmel fliegen die Raupen. 
Oder sind es Würmer?
„Ja, sei bloß nicht beeindruckt von dieser überkrassen Raupe am Himmel.“
Okay. 
Turmbühnenfestival war jut jewesen. 
Bis zum nächsten Mal. 

 
 

Portishead.

Portishead.
Die Kenner wissen Bescheid.
Sie sind alle heute hier gewesen.
Ein perfektes Konzert. Eine Beth Gibbons, die nicht älter und nicht jünger wird, mit dieser Stimme, die
immer gleich perfekt stark und schwach zugleich ist; die weint und nicht weint – gleichzeitig.
Ein schwüler Sommertag in Berlin, in Spandau in der Zitadelle.
Am Ende sind ausnahmslos alle noch ein bisschen mehr in Frau Gibbons verliebt, ganz sicher.
Sie hingegen ist schüchtern, wenn sie denn spricht. Ganz kurz nur.
Ein perfektes Konzert. Fast zu perfekt.

I’m so tired of playing
Playing with this bow and arrow
Gonna give my heart away
Leave it to the other girls to play
For I’ve been a temptress too long

Just…

Give me a reason to love you
Give me a reason to be a woman
I just wanna be a woman…“

48h Neukölln.

Nothing nu. 
48 Stunden Neukölln. 
Kunst in anliegenden Galerien, Bars und Cafés. 
Oder auf Parkhäusern. 
So wie wir. 
Sabrina and me. 
Über den Dächern, über den Autos. 
Hier ist das Wäldchen. 
Dort wächst Lavendel.
Dort eine Erdbeere. 
Und woanders die Bar. 
Nothing new. 
Same procedure as every year, James.
Und wohin führt eigentlich diese Tür da?

A’Million Fete im Backyard

Hip Hop im Kleinen. 
Und ein Backyard. 
A Million. 
Mindestens. 
Alle Schwitzen. 
Vom Kopfnicken. 
Oder so.

Holundersommer in der Hasenheide.

Time to make a Sirup.
Holundersirup.
Das Berliner Original.
Mit Holunderblüten aus der Hasenheide.
Vielleicht noch ein paar anderen Zusatzstoffen fürs Glück.
Here it is.

Über den Hinterhof des Berliner Ensembles…

… kamen wir hereinspaziert in eine kleine Wunderwelt.
Hier die Jahrmarktbühne, auf der gestern genauso gut noch Hasen aus dem Hut
und Frauen in drei Teile gezaubert worden sein könnten.
Heute kündigt sie Wiener Lieder an.
Dort ein Treppengeländer an der Ziegelwand, auf der bestimmt schon jemand amerikanische
Gefühle à la „West Side Story“ bekam.
In den Bäumen hängen Lichterketten, sie hauchen den Hof in ein warmes Sommerabendlicht.
Im Hintergrund die Bühne für morgen.
Ein Kronleuchter hier, eine schwarze Wand dort.
An Gartentischen trinken wir ein Glas vom weißen Wein.
Am Nachbartisch unterhalten sich Schauspieler über vergangene
und kommende Aufführungen.
Wir schleichen wieder heraus.
Ganz unverhofft.
Wer morgen kommt, stößt bestimmt auf einen leeren Platz. Diesen Ort, den gibt es nicht.

Wohnzimmer, bitte.

Da ist einer in Neukölln, der schöne Möbel aufmöbelt.
Das tut er in seinem Atelier in der Urbanstraße.
Ganz unbeobachtet. Seinen Laden findet nur, wer weiß,
in welchem Hinterhof er sich versteckt.
Ist man erstmal drin, verliebt man sich sofort.
In einen Tisch. Oder in die ganze Wohnzimmerlandschaft,
die in der einen Ecke aufgebaut ist.

Guten Tag, ich möchte bitte Ihr Wohnzimmer kaufen.

Statt Karneval.

Sommergetränk und Sonnenuntergang auf’m Lieblingsdach.
Mit Thomas und Ingo.
Von Ferne dröhnt die Mini-Loveparade.
Karneval der Kulturen 2013.

Nova fliegt zum Mond.

Herrentag like a lady. 
Sonne auf F.s Balkon. 
Mit dem Radl ins Café. 
Kaffee mit Milch. 
Sonnenallee. 
Feiertagslaune in der Stadt. 
Man kann es spüren.
Auf dem Weg nach Mitte M.s Band spielen hören. 
Vor dem alten Postfuhramt sitzen sie. 
Weil die Musik so schön ist, 
bildet sich eine Menschentraube. 
Ich bleibe auch kurz, um zu lauschen
und radel dann weiter. 
Blumen für Papa zum Vatertag. 
Wein mit J. in Kreuzberg. 
Der Regen prasselt auf die Markise. 
Hier sitzen wir im Trockenen. 
Ein Glück.