Godshot.

Ein Ausflug nach Prenzlauerberg. 
Für Kaffee, den wir am Ende doch nicht kaufen. 
Dafür trinken wir welchen im Godshot. 
Fabse // Paul // & me

L. sagt

„Ich glaube, mein Kopf platzt.“
„Nein, Mädchen, dein Kopf platzt nicht. Und selbst wenn, was kann es Schöneres geben? Aus deinem hübschen Kopf nämlich werden Schmetterlinge und Blumen fliegen, aus deinem Kopf wird Feenstaub regnen, es wird ein Feuerwerk von Gedanken geben, die vorher alle nur in deinem Kopf für dich alleine waren. Was kann den Menschen Besseres passieren als dass ausgerechnet dein Kopf platzt?“
Ein paar Tränen kullerten die Wange des Mädchens herunter, weil ein platzender Kopf in L.’s Welt so was Schönes war. Und fast schon tat der Kopf des kranken Mädchens auch nicht mehr weh. 

Feines 2013!

Silvester irgendwo über den Dächern der O-Straße. Rüdiger ausm Südflügel raucht sein Aromakippchen. Wir machen Mädchenfeuerwerk mit Wunderkerzen. In der Küche von der Riesen-WG tanzen eine Mijonen Menschen. Mindestens. Wir tanzen zu Coco Jambo und Quit playing games absolut sexuell. Bis in den neuen Morgen. 
Es ist 7. Oder später? 
Am Kotti tanzen die Leute auf der Straße. Hier gibt’s Captain Jack. 
Niemand hätte geglaubt, die 90er hätten ein Anrecht darauf, zurückzukommen, aber ich glaube, sie sind schon da. In den Monarch geht es heute nicht mehr, es ist besser so, glaube mir. 
2012 war ein gutes Jahr, es ging sogar noch richtig schön zuende, 2013 wird noch besser werden. Ganz bestimmt.
Euch allen wünsche ich ein feines neues Jahr und hoffe, wir sehen uns mal wieder. 
Hier oder dort oder anderswo. 
Einen Kuss auf die Stirn gibts von der Zwischenseite.

Wunderkerzen.
Karla, Fabian & Paul. Grinsen.

Fabian. 

Paul guckt in die Luft. 

Steffi, Georg & Paul

Warum Milch? Rüdiger?

Paul, die lebende Mini-Bar.

Gangsterpaar mit Strumpi unter der Mütze.

Trubel in der Küche.

Captain Jack am Kotti.
und in Neukölln? So ungefähr: 

Heiligabend Afterhour.

Die Chaostage beginnen mit der Rückkehr der Berliner Freunde.
Monarch neulich.
Jetzt Ratzeputz in Neukölln zur Afterhour am Heiligabend.
Aller Bäuche platzen, jetzt geht nur noch Bier und Schnaps.
Als es früh ist, kommen wir auf dumme Ideen und gehen ins Ritter Butzke.
In der Hütte spielen sie Hip Hop.
Ein Mann mit Mütze versucht’s bei jeder. Am Ende soll er Glück gehabt haben und knutscht mit einer
die spät genug kam, um die Szenerie davor nicht zu kennen.
Ein ostdeutsches Pärchen tanzt in der Ecke.
Sie sext alle an.
Immerhin: Es läuft Madonna.
Was ist eigentlich aus Weihnachten geworden?

Frohe Weihnachten

Ihr Lieben, euch allen mehr oder weniger treuen Lesern, Freunden und Bekannten hier und dort ein feines Weihnachtsfest im Kreise eurer Lieben und der Familie. 

Unser Baum hat kein Lametta, aber das lenkt auch nur ab!
Besinnt euch, macht keen Quatsch und bis bald!
Die Zwischenseite wünscht frohe Weihnachten. 

Strohhalme.

In weniger als einer Woche ist die Klausur. Es ist ein Bibliothekstag. Die Köpfe rauchen – unsichtbar. Mira hört die Zeiger der Wanduhr ticken. Es erinnert sie daran, dass die Zeit abläuft. Sie hat immer noch das Gefühl, nicht genug zu wissen, obwohl sie sich seit Wochen mit ihren Lehrbüchern eingeschlossen hat.

Heute ist sie in die Bibliothek gekommen, um andere Menschen zu sehen.

Aber eigentlich ist sie hier in der Hoffnung, Martin zu sehen. Martin ist nicht mehr lange hier. Er ist Erasmus-Student aus der Schweiz und irgendwie wird Mira das Gefühl nicht los, Martin zu spät getroffen zu haben. Zumindest verwirrt sie dieser Gedanke.

Die Zeiger ticken. Martin ist nicht da.

Dann lernt Mira eben.

Sarah hat Johannes auch spät getroffen.

Sie war für einige Monate in Prag. Sie ist tanzen gegangen wie so oft am Freitag und am Samstag. Irgendwann stand da Johannes. Er tanzte wie sie und mochte dieselbe Musik.

Ihre beste Freundin hat sie beide zusammen gesehen und gefunden, dass Johannes und Sarah gut zusammen aussehen.

Aber Sarah war schüchtern und wollte das nicht glauben.

Irgendwann küsste Johannes sie, als sie am wenigsten damit rechnete.

Danach wurde Johannes immer rot, wenn er Sarah erblickte und die Geschichte vorbei. Als es Sommer in Prag wurde, fuhr Sarah wieder nach Hause. Johannes blieb in Prag.

Geküsst haben sie sich nicht mehr wieder.

Sarah erzählt von Johannes. Wenn sie könnte, würde sie Johannes von der Stelle wegheiraten. Von niemandem sonst hatte sie das je gesagt.

Nächste Woche ist die Geschichte anderthalb Jahre alt. Vergessen hat sie die Geschichte nie. Heiraten würde sie Johannes immer noch. Von der Stelle weg.

Ob Johannes das je auch von ihr sagen würde?

Nächste Woche fährt sie nach Prag.

Sie wird Johannes treffen. Und dann?

Es ist ein Strohhalm. Eine Möglichkeit.

Sven ruft seinen besten Kumpel an, als er gerade aus dem U-Bahnhof läuft. Er erzählt von Jasmin. Er hat Jasmin schon dreimal getroffen und noch nichts ist passiert. Weil es Sven frustriert, erzählt er davon seinem Kumpel.

Er würde gerne mal mit Jasmin allein sein, sie vorher schön bei sich bekochen.

Jasmin fehlt dafür der Sinn. Sie mag lieber mit Sven essen gehen. Sie habe gehört, bei dem Chinesen in der Schillerstraße gibt es „hammer“ Essen.

Sven versucht, ihr den Kochabend wieder schön zu reden.

Zu seinem Kumpel sagt er: „Weißt du, alle Frauen sind so. Die sagen dann irgendwas wie Oh man, schön, dass du kommst, ich freu mich total, dich zu sehen. Du weißt ja, wie Frauen sind. Aber sie, sie sagt sowas nicht. Wir hatten schon drei Dates und haben beim zweiten Date immer noch nicht geknutscht. Heute haben wir das vierte Date und immer noch nicht gefickt. Ich frag mich schon, ob sie Jungfrau ist oder so. Weißt du, sie kommt auch aus dem Westen. Wir im Osten sind da irgendwie offener. Aber komisch ist das schon, oder? Findest du nicht?“

Mira war Mittagessen mit ihrer Freundin. Sie hat von Martin erzählt und davon, dass er immer in der Bibliothek sitzt. Immer an derselben Stelle. Aber dass er immer noch nicht da war, als sie eben ging und sein Platz nach wie vor leer blieb. Und sie sich deshalb noch weniger konzentrieren konnte als ohnehin schon. Ihre Freundin hatte gegrinst und die Sache süß gefunden. „Weißt du, wenn du jetzt zurück kommst in die Bibliothek, dann nimmst du deine Sachen und setzt dich da hin, wo er sonst immer sitzt.“

Mira wusste nicht so recht. Sie fand die Idee zu offensichtlich. Eigentlich weiß sie doch selber gar nicht, was sie an Martin findet. Knutschen würde sie gerne mal mit ihm. Nur mal gucken. Aber sonst?

Als sie zurück in die Bibliothek geht, hat sie dennoch beschlossen, mutig zu sein, ihre Sachen zu holen und sich an Martins Stammplatz zu setzen. Sie erschrickt, als sie an ihren Platz zurückkehrt und zwei Reihen hinter ihr, ganz gegen seine Gewohnheit, sitzt Martin.

Benehmen Sie sich bitte wie in der Wohnung!

Stefan macht ’ne Fete und alle kommen.
Auf dem Weg dorthin der Photoautomat in der Weserstraße.
Dies ist der erste Schritt zum Partykiez, wenn es die Weserstraße nicht
schon vorher war.
Ein Schild mahnt zur Ruhe trotz Photoautomat, also machen wir ganz leise Photos. Psssshh.

In der WG sind alle voll. Voll alle. Alle voll.
Im Wohnzimmer gibt’s Musike und die Leute tanzen.
W. zweifelt, man könne mit roten Haaren doch nicht an offizieller Stelle arbeiten.
K. meint, dass doch.
Verwirrung.
Ein Franzose erzählt uns was von Brahms.
Ich erzähl ihm was von Elgar.
Zu dir oder zu mir. Dein Ernst?

Die Straßen sind glatt. Die Leute warten auf den M29. Wer nicht zur Arbeit fährt, fährt heim.
– Wow, hast du tolle Beine! Sorry… Ist dir jetzt unangenehm, ne? Musst du auch jetzt aussteigen?
– Steigen grad alle aus? Dann muss ich auch aussteigen.
– Ich kann auch in die andere Richtung gehen, wenn dir das unangenehm ist.
– Nö, ich muss am Hermannplatz zur U-Bahn.
– Ja, ich nich‘.
  Hier, haste meine Nummer, meldst dich ja eh nich‘! Gute Nacht!
– Nacht!

Dit war dit.

Catural Label Release im Prince Charles

Einweihung des neuen Labels Catural im Prince Charles. 
Und das am Mittwoch. Die Mucke kommt von Platte und ist damit 
sowas wie Handwerk.
Betrunkene Briten tanzen im Mantel. 
Ein Barkeeper lässt uns seinen Drink des Monats kosten. 
Na? An welches Eis erinnert es dich. 
Solero. Falsch. 
Maracuja Split. 
Ich gewinne das Spiel. 

Brokof im FluxBau

Der Radiosender FluxFM lädt in den eigenen Bau, dem Fluxbau in Kreuzberg. 
Heute Wohnzimmerkonzert mit der Berliner Band Brokof und And the Golden Choir. 
Die Stimmung ist intim, Pärchen liegen sich in den Armen und trinken roten oder weißen Wein und knutschen all zu öffentlich.
Der Blick geht hinaus zum Schneetreiben auf der Spree. 
Herrjeh, war das romantisch. 

Long time no see.

Wir waren weg. Wir hatten keine Lust. Wir haben es irgendwie geschafft, uns mit dem Winter anzufreunden. Mit dem Winter, der Zeitumstellung, der Dunkelheit, dem Fallen der Blätter und ja, am Ende auch mit der Kälte und heute dem ersten fetten Schnee auf Berliner Straßen und Wegen.
Wir finden inzwischen sogar irgendetwas Schönes an ihm. Der Schnee beruhigt die Hektik der Großstadt, nur die Leute, die hechten weiter.
Wir auch. Der erste Schnupfen hat sich gemeldet und die Nase ist rot. Vielleicht die gerechte Strafe.

Und wie geht es dir so? Sag?
War der Stiefel gefüllt? Gibt es den Nikolaus wirklich?
Bist du auch beinahe auf den glatten Wegen ausgerutscht? Ja?

Suchbild. 

Das letzte Mal, dass du so phosphorisiert hast,

… muss neulich gewesen sein.
Auf dieser Fete, die dazu da war, das Medizinerexamen zu feiern. Und das juristische. Von einem.
Der Keller voll. Die Leute zum Teil auch. An der Wand immer wieder neue phosphorisierende Kunstwerke zu entdecken. Simon ist DJ und mit seinen Platten beschäftigt. Auch er phosphorisiert voll. Die Leute tanzen.
Die Jungs buhlen um die Wette um dieses Mädchen, das genau weiß, dass sie alle toll finden.
Sie ist die betrunkenste von allen und steht ein bisschen cool und ein bisschen angewidert in der Ecke.
Statt aufs Buhlen einzugehen, geht sie zu ihr, diesem anderen Mädchen auf der Tanzfläche, das halb gelangweilt, halb angestrengt und auch ein bisschen müde sich zum Takt der Musik bewegt und an ihrem schlecht gemixten Mixgetränk nippt.
„Du willst mich doch küssen.“, sagt die Umbuhlte zur Gelangweilten und drückt ihr ihre Lippen ungefragt auf den Mund. Nun schaut sie ganz perplex die Gelangweilte und wippt denn weiter.
Das letzte Mal, dass du so phosphorisiert hast, muss heute gewesen sein.

Mädchen für alle.

Sie sitzt im Bus einem alten Mann gegenüber. Er hat eine Thoben-Tüte auf dem Schoß.
Sie fragt, was es denn heute für Kuchen gibt. Sie hat einen französischen Akzent, denn sie kommt aus Belgien, erzählt sie. Momentan studiert sie hier. Sie spricht gutes Deutsch. Der alte Mann mit seinem Kuchen ist begeistert.
Hübsch ist sie, das blonde Haar lukt aus der Mütze heraus. Es ist kalt an diesem Sonntag Morgen. Draußen schneit und regnet es kleine Flocken.
„Donauwelle. Und Apfel.“ Sagt er. „Beim Thoben für nur achtzig Cents, is‘ nämlich von gestern, aber schmeckt ja heute ooch noch, wa?“
Eine dritte mischt sich ins Gespräch.
„Das nächste Mal geb ich dir einen aus. Ich mach die weltbesten Muffins.“
Er hört sie nicht. Sie wiederholt sich.
Er spricht mit dem belgischen Mädchen. „Woher biste denn? Brüssel?“, fragt er. „Nein, aus Antwerpen“, sagt sie.
Nach zwei Stationen steigt er aus.

Die Muffinbäckerin setzt sich auf seinen Platz. Jetzt ist sie dran, mit dem belgischen Mädchen zu reden. Für eine Station wenigstens.
„Hi, je m’appelle Andrea, but I can also talk English to you.“, sagt sie als habe sie vergessen, dass das belgische Mädchen die ganze Zeit Deutsch mit ihr gesprochen hatte.
Eine Station fährt Andrea, dann muss auch sie aussteigen, sie nimmt die Hand des belgischen Mädchens und verabschiedet sich herzlich mit einem irgendwie nicht so recht passenden „Nice to meet you!“ mit deutschestem Akzent und eilt aus dem Bus.

Es steigen neue Gäste ein. Eine Mutter mit ihren zwei Söhnen sitzt dem belgischen Mädchen gegenüber. Das belgische Mädchen spricht mit den Kindern, fragt sie etwas.
Bis ein älterer Herr sich neben das belgische Mädchen auf den Sitz quetscht. Der Platz ist eigentlich gar nicht gemacht für Zwei. Sie lässt sich nichts anmerken. Ihm wird es wohl doch zu eng, bald steht er auf. Und dann kommt er wie viele andere mit dem blonden belgischen Mädchen ins Gespräch. „Ja, und was machst du dann hier?“ „Ich studiere hier Deutsch“ „Ach so, das ist ja schön.“
Zusammen steigen sie in den U-Bahn-Waggon und fahren mit der U7 davon.

Was ist es wohl, was sie an sich hat? So viele verschiedene Menschen kreuzten in nur 15 Minuten ihren Weg und schenkten ihr einen Teil ihrer Geschichten.
Sie ist das Mädchen für alle.

Bilder von Bergseen

im Valentin Stüberl Neukölln.
Sie schmücken die Wand diese Bilder, immer mit dem selben Motiv. An einer anderen hängt die Quelle-Tüte aus den 90ern.
Stimmt, da war mal was. Quelle.
Wir sitzen auf Bierbänken und essen Kartoffelsalat mit Würstchen zum gezapften Bier. Stulle hätte es sicher auch gegeben.
Die Leute brabbeln hier und brabbeln dort. Unser Gebrabbel mischt sich darunter.
Am Nachbartisch knutscht ein Pärchen, das offenbar noch nicht so lange Pärchen ist. Der Kerl, der ihnen am Tisch gegenüber sitzt und irgendwie französisch aussieht, schaut erst verstört ob der sich darbietenden Intimitäten und kann sich dann ein Grinsen in unsere Richtung nicht verkneifen. Er denkt, was wir denken, als das frisch gebackene Paar es auf einmal eilig hat, zu gehen.
Wir ja nicht. Wir bleiben noch. Kurz.
Ein Bier noch, ein kleines.

Ankerklause.

Am Samstag. Mit Sammy. Anstoßen. Mit Wodka. Auf vergangene Geburtstage. Zum Glück haben wir heute eine Stunde mehr als sonst.

En vecka i Stockholm.

I. 
onsdag
Angekommen. Es ist mittags um 12. Auf dem Hötorget treffe ich Mikael und Magnus. 
Wir essen Fischsuppe zum Lunch und sehen uns wieder. Ich berichte. Sie berichten. 
Und gehen dann wieder zur Arbeit. 
Abends treffen Mikael und ich Johannes am Medborgarplatsen. 
In der Götgatan gibt es Gatupoesi – Straßenpoesie. 
Papierfetzen und ein roter Filzstift.
Zwei ältere Frauen stehen davor und freuen sich. Sie basteln einen Satz. 
Schön: Oskuld Hipster. 
Wir kochen bei Mikael Spaghetti und machen ein Feuer im Ofen. 
Välkommen till Stockholm. 
Ich bleibe eine Woche. 
 Straßenpoesie in der Götgatan
Kaminfeuer bei Mikael
II. 
torsdag
Ein Ausflug in die Gamla Stan. 
Ich stehe auf dem Stortorget vor der Svenska Akademi, kurz nachdem der Nobelpreisträger für Literatur bekannt gegeben wurde. 
Daran denke ich, denn im Obergeschoss der Akademi brennt so viel Licht. Ich frage mich, worüber da oben grad geredet wird. 
Einige Dinge ändern sich doch. 
Stockholm Stadsmission, bislang vor allem durch Second Hand Läden in der Stadt bekannt, machen jetzt auch Brot und Mittagsstuben. Hübsch, schon von außen. 
Abends treffe ich Johannes am St. Eriksplan. Wir sind zu einer Vernissage eingeladen
und treffen dort Per, einen Freund von Johannes. 
Wein trinken wir und sprechen über Kunst. Ich bin nicht sicher, ob ich was von Kunst verstehe. 
Grillska Husets Brödbod – Stockholm Stadsmission

Choklad- und Kaffekoppen am Stortorget

1 up

DesignTorget

Plattan Sergels Torg

Per Josephson – Vernissage in der Vasastad

Schinken und Käse mischen und dann ab in die Tube damit. 
III. 
fredag
Ich spaziere allein durch die Stadt, die mir so gut bekannt ist. 
Im Park an der Stadsbibliotek skaten Jungs im ehemaligen Parkteichbecken. Warum auch nicht. 
Ich sehe ihnen Godis essend dabei zu. 
Abends gehen Mikael, Johannes und ich zu Ellies Einweihungsparty. 
Als wir kommen, sollen wir ein Los ziehen. 
Jedes Los ist eine Botschaft. Wir lesen sie laut in der Runde der Reihe nach vor. 
Ich bin aufgeregt, als ich meines vorlese. Ich traue meiner schwedischen Aussprache vor Muttersprachlern nicht so recht. 
Die Botschaft aber ist erfreulich. Ich werde mal zur Nobelpreisverleihung eingeladen sein steht darin. 
Ich und meine Familie mit meinen vier Kindern. Warum, fragst du dich? Du hast den Literaturnobelpreis gewonnen. Grattis! 
Später löst sich die große Runde in kleinere auf. 
Ich sehe Martin wieder, der auch für eine Zeit in Berlin gewohnt hat, und lerne seine Freundin Nathaly 
aus San Francisco kennen. Sie erinnert mich so sehr an Miranda July. Verrückt. 
Es ist spät, als wir gehen. Morgen wollen wir alle Horrorfilme bei Martin schauen. Na dann?
Skater an der Sveavägen.

Prinsesstårta in Gallerian.

Das große Los? 
IV.
lördag
Morgens weckt die Sonne durchs Fenster. Es soll ein toller Herbstsamstag werden.
Mikael, Johannes und ich gehen ins Moderna Museet zur Picasso vs. Duchamp Ausstellung. 
Am Ende sind wir von der Ausstellung enttäuscht. 
Die Aussicht vom Moderna Café jedoch entschädigt. 
Abends fahren Johannes und ich zu Martin und Nathaly. Auch Marc und seine Freundin Angel sind da. Unser Horrorfilmabend. Rosemary’s Baby. Und Katzenvideos auf Youtube. 
Johannes im Herbstlaub am Södra Teatern.
Slussen.
Johannes & Mikael.

Kunstinstallation vor dem Moderna Museet.

Schokokuchen im Moderna Café.

Die Leute und die Aussichten.

Johannes. 
und die Aussicht.
eine enttäuschende Ausstellung.

Wolfgang Tillmans Fotografie.

Coca Cola & Stomatol.
V.
söndag
Regen und Sonne. Über die Altstadt zieht sich ein langer Regenbogen. 
Mit einem Schiff vom Stadshuset aus fahren wir nach Drottningholm zum Schloss. 
Als wir wieder in Stockholm landen, regnet es in Strömen. 
An Mikaels Ofen wärmen wir uns auf. Und kochen mit Andreas und Katharina Potatismos mit Kötbullar. Wir sind gemütlich. 
Spät fahre ich zu Vroni. Auch in Stockholm schauen wir Tatort und trinken Rotwein auf 
Vronis Couch. 
In Rainbows.

Stadshuset.

Drottningholm.

Mikael.

Tunnelbana.
VI.
måndag
Es regnet. Ohne Ende. 
Mit nassen Füßen essen wir bei Hermans, dem vegetarischen Bistro an den Söderklippen, zu Abend. 
Am Ende platzen die Bäuche. 
Zuhause hauen wir uns unter die Decke und schauen blöde Filme. 
Slussen.

Hermans.
VII. 
tisdag
Abschied. So schnell vergeht eine Woche. 
Ein langer Spaziergang von Södermalm nach Djurgården. 
Die Sonne beleuchtet das Herbstlaub. 
Als sie untergegangen ist, kochen wir mein Abschiedsessen. 
Wir reden über dieses und jenes und blicken in unsere vom Kerzenlicht warmen Gesichter. 
Ein paar wenige Stunden noch, dann muss ich los. 
Es war schön. Mal wieder. 
Blue Bernstein. Oder Doppelpunkt? 

Mäster Mikaels gränd.

Der Blick nach Gamla Stan.

Die Möwen vor den Söderklippen.

Hausboote vor Djurgården.

Johannes.

Mikael. 
Tack & Vi Ses. 

Sonntag mit Eduardo und Mikael.

Alle müde. Alle.
Frühstück in Eduardos WG-Küche auf den Sofas. 
Kaffee. Gib mir Kaffee. 
Lass uns über Theater reden. 
Die Bühne könnte so aussehen. 
Eduardo hat sie im Modell. 
Sonntag mit Eduardo und Mikael. 

Wie und wann sind wir hierhin gekommen?

Fragt man sich. 
Ankerklause, Sammy und die Jukebox. 
Ein lesbisches Ehepaar feiert Geburtstag. 
Heute tanzt keiner schöner als die beiden. 
Am Personaltresen sitzen Spanier. 
Wir trinken Wodka am Tresen. 
Aufs Haus. Und auf uns. 
Wenn hier irgendwer betrunken ist, dann ist das Sammys Schuld. Wie immer. 
Es ist früh am Morgen, als die Barhocker hochgestellt werden. 
Schlawinchen. 
Wer noch wach ist, ist hier. 
Also wir. 
Wie und wann sind wir hierhin gekommen? 
Und wie konnte das passieren? 
Ein passionierter El Mariachi mit lauten Cowboystiefeln legt die Gitarre übers Knie 
und spielt die Countryversion von „Oops I did it again“. Seine. 
Textsicher? Text sicher. 
Es ist hell, als wir wieder rausstolpern. 
Kolja schnorrt Zigaretten. 
Warum hast du eine Schlafanzughose an? 
Das, ja das, das wirst du nie erfahren. 
Guten Morgen, gute Nacht. 

Ich glaube,

ich bin schon wieder ernsthaft in Thom Yorke verliebt.
Nach fast einem Jahr Warten war es heute endlich soweit – Radiohead in Berlin.
Der Tatsachenbericht bleibt absolut subjektiv der eines Fans.
Es war großartig und entgegen anderer Meinungen tanzt niemand so hübsch wie Herr Yorke.
Ich mag mich wiederholen, aber:
Dear Mr. Yorke, would you mind marrying me soon? Yours sincerely, special K.

Neustockland.

Vielleicht zum letzten Mal draußen in diesem Jahr.
Mit Jacke, dickem Pulli und Mütze tanzt es sich ganz kuschlig.
Brennende Tonnen wärmen ausgekühlte Hände.
Vom Stockturm fliegen Feuerbälle in die dunkle, eben noch so kühle Luft.
Und plötzlich regnet es Konfetti in langen Fäden.
Im Vordergrund die Musik und wieder so viel Glitzer in den Gesichtern der Leute.
Die Bar serviert Kaltes und auch Warmes. Den ersten Glühwein in diesem Jahr bekommst du hier.
Paul, vielleicht hieß er so, wünscht deshalb allen Frohe Weihnachten und will Mädchen an seinem Glühwein nippen lassen. Das letzte hatte abgelehnt und ihn dabei angelächelt.
Flo tanzt Mädchen an. Das macht er eigentlich nur, wenn er betrunken ist. Vielleicht ist Mia die erste und wirklich die einzige, die er anspricht, sie glaubt das aber nicht.
„Oh nein, jetzt quatscht dieser Typ sie auch noch an. Denkst du. Und dann schaut ihr euch tief in die Augen und es kommt dieser Song. Wäre es vielleicht ein anderer gewesen, vielleicht hättest du dich jetzt verliebt.“ Sagte er so zu Mia. Und tanzte an ihr vorbei, noch bevor sie etwas dazu sagen konnte.
„Weintrauben? Willste?“
An den Feuertonnen machen sich eben noch Unbekannte bekannt.
„Bist du denn schon 18? Wie um Himmels willen bist du hier rein gekommen?“
„Aber, aber… ich bin doch schon viel älter.“
„Bestimmt gehört deinen Eltern das alles hier, ist doch so, oder? Und deshalb bist du hier.
Und was machst du sonst so? Auf welchem Trapez spazierst du so herum? Du machst doch bestimmt irgendwas mit Jazzdance.“
„Ja, ja. Ganz genau so ist das.“ Heute auf jeden Fall.
Die Sonne geht später auf als sonst. Ansonsten ist alles wie immer.

Junkel Funkel

Just an ordinary Freitag.

Sonne.
Vielleicht einer der letzten Tage mit ihr.
Pfeifend fahren wir Rad.
Auf dem Türkischen Markt gibts die größten Kürbisse der Welt.
Aber auch noch Wassermelonen.
Dazwischen also, zwischen Sommer und Herbst, das waren wir heute.
Die Straßen voller Menschen. Sie sind gut drauf. Die Cafés sind voll. Man sitzt heute noch draußen.
Am Ende des türkischen Markts tanzen eine Frau und ein Mann Capoeira in Zeitlupe.
Ein Mann und eine Frau spielen Geige dazu. In Zeitlupe.
In Elenas Zimmer essen wir Schokoladentorte und trinken Kaffee und träumen von New York.
In Keksform gibt es immerhin schon Freiheitsstatuen. Mehrere.
In der Sonne warte ich bei den tanzenden Zeitlupencapoeiras auf Irene.
Ich hab ihr Elenas Freiheitsstatuenkeks mitgebracht.
Während ich so warte, fährt mir Eduardo mit seinem Peugeot-Rennrad entgegen.
Ein Küsschen auf die Wange drückt er mir und radelt weiter.
Irene kommt und wir bummeln herum.
Aus Ananas und Gurke wird heute noch Ananas-Gurken-Chutney.
Am Kotti trennen sich die Wege. Irene dahin, ich dorthin.
Zuhause klingelt Melissa. Sie ist wieder da, war kurz weg, schön dich zu sehen!
Ich besuche Karo und die Kinder. Sie hüpfen auf uns, hüpfen auf dem Bett.
Währenddessen ist die Sonne untergegangen. Noch vor 8.
Just an ordinary Freitag. Aber ein schöner.

Abschied vom Herrn Sommer.

 … mit Frierendem Joghurt. 
Karla ihr seins. 
Frierende Melonen und Mangos an Maracujadeckchen. 

Christians süßes Allerlei
mit Amarenakürschen, karamellisierten Walen
und Pistaziensose. 

Kochhaus

Für Menschen, die nicht kochen können und solche, die es können, aber die das Zuviel an Zutaten abschreckt. Das Kochhaus in Schöneberg liefert die Zutaten, portionsgerecht kann man sie kaufen, für 2 oder für 4. Wonach steht dir der Sinn? Nach Suppe, Hauptgang, mit oder mit ohne Fleisch? Nach weißem oder rotem Wein? Das Rezept gibt’s im Set dazu. Vielleicht sollten wir das mal ausprobieren.  

Wege in die Panorama Bar.

Ostbahnhof.
Es ist 5. Oder 6? Jedenfalls früh.
Glaube ich.
Ich bin nicht betrunken. Sicher.
Obwohl ich vorher auf einer Fete war,
wo sie alle, ja wirklich alle, Alkohol tranken.
Ich auch.
Alle sind müde.
Ich nicht.
Ostbahnhof.
Mit dem Fahrrad hergeradelt.
Elena auch.
Im Ostbahnhof gibt’s Cola.
Leute gehen rein,
Leute gehen raus.
Wir rein.
Wir raus.
Ein blonder Mensch sagt,
wir hätten doch vorhin geflörtet.
Ich kann mich nicht erinnern.
Er lügt.
Ich nicht.
Er geht rein.
Ich nicht.
Tschüss.
Zwei betrunkene Jungs freuen sich über Elenas Fahrradhelm.
Sicher unterwegs. Immerhin unterwegs.
Schnell weg.
Wir lachen.
Hä? Ich verstehs nicht!
Ich auch nicht. Sagt eine Dritte.
Ostbahnhof. Früh am Sonntag.
Es ist noch dunkel.
Schnell rein.
Aber schön, dass wir uns trafen.

Feten machen.

Eine Fete in den Kindlstuben. Von Matze und Markus. Einfach so. Und alle waren da. Alle. Auch wir.
Vom Himmel fallen Glückskekse. Sowas passiert nur heute, ganz gewiss. In meinem steht, dass Veränderungen anstehen, so just go with the flow. Well, I do.

Filmprojektion "Dem Deutschen Volke" am Reichstagsufer.

Anlässlich des diesjährigen Jubiläums der Deutschen Einheit am 3. Oktober zeigt der Bundestag jeden Tag den halbstündigen Film „Dem Deutschen Volke“ über die Geschichte des Reichstags hin zum Bundestag. Der Film, der auf einer riesigen Leinwandprojektion direkt am Marie-Elisabeth-Lüders-Haus gezeigt wird, wird visuell durch aufwendige Lichtprojektionen, die sich auf das gesamte Gebäude erstrecken, untermalt. Echt schau! Und dazu noch ganz und gar gratis. Kinosessel sind die Stufen direkt am Reichstagsufer. Hin da! Los, los!

Svenskarna i Berlin.

Wiedersehen mit den Freunden aus Stockholm. 
Johannes. Mikael. Magnus. 
Drei Tage im heißen Berlin. 
Wir frühstücken fremd. 
Und besuchen Frida und Paul auf ihrer Einweihungsfete in Kreuzberg.
Frida im Wunderland. 
Ein Hörbuch von und mit Freunden. 
Auch Magnus und Johannes sind zu hören. 
Magnus zieht skurrile Fratzen auf der Treppe. 
Uns amüsiert das immer wieder.
Spät beschweren sich die Nachbarn über zu laute Musik. 
Wir ziehen in die Ankerklause. 
Wiedersehen mit Sammy, dem Ankerklausenkeeper.
Seit Januar haben wir uns nicht mehr gesehen. 
Er ist schuld, wenn hier und jetzt irgendwer sturzbetrunken sein sollte. 
Wir schauen dabei niemanden an. 
Stephan mit ph ist Zimmermann und erzählt von seiner Wanderschaft. 
Jetzt ist er aber wieder hier – in Berlin – und wohnt am Ostkreuz. 
Doro ist betrunken und lallt. 
Im Hintergrund dämmert es zum Sonntagmorgen.
Auf einem Floß am Urbanhafen sehen wir der Sonne beim Aufgehen zu. 
Verrückte joggen jetzt schon um uns herum. 
Am Montag Abend reisen die Schweden wieder ab. 
Schön war’s! Wirklich! Und balde balde wollen wir uns wiedersehen. 
In Stockholm dann. Oktober vielleicht. 
I. 
Mikael. Salon Schmück.

Johannes. 

Perfect combination. At Eismanufaktur, Gräfestraße

Johannes. Magnus. Fridas balcony. 

Frida.

Magnus. Mikael. Posing im Supermarkt.

Staring at Magnus. 

That’s why. Who has seen that guy? 

Ankerklause.

Sammy.

II.
Goldmarie. Frukost.

38°C. 

Samsø

Eine Woche Kitsch, der auf keine Postkarte der Welt gepasst hätte. 
Eine Woche lang küsst die Sonne unsere Näschen.
Die Ostsee ist türkisblau, ihre Wellen schlagen weiße Purzelbäume am Sandstrand. 
Die Wege sind gesäumt von goldenen Kornfeldern, rotem Klatschmohn und lila Lavendel. 
Kohlweißlinge wetteifern im Schönflug. 
In der Ferne sieht man einsame Segler. 
Nachts jagt eine Sternschnuppe die nächste. 
An den Sträuchern am Wegesrand wachsen Brombeeren und Hagebutten. 
Wir machen Marmelade daraus. 
Ja, wir sind entspannt.