Abriss.

auf Irenes Geburtstagsfete.
Der Tanz mit dem Schotten auf Babypuderparkett.
Beschwerden vor 12.
Und das am Samstag.
Viele regenbedingt abwesende Gäste.
Trotzdem Konfetti.
Die Wand wird angemalt.
Du befindest dich in der Knutschecke, mein Freund.

Wer Karl ist.

Karl war ein Rätsel. Die Tür meist zu. Seit heute hat Karl ein Gesicht. Und sieht irgendwie ganz anders aus als gedacht.

fuckyouverymuch – meant as a compliment

Kürzlich entdeckt und hineinverliebt.
Ein Blog zum auf die Lese- und Anguckeliste setzen.
Geschehen.
Verfahre genauso mit Dear Photograph und freue dich.

http://fuckyouverymuch.dk/

http://www.euroman.dk/blog/kultur/Rasmus-Weng-Karlsen/Summer-randoms/

http://dearphotograph.com/

Vergangenes lebt durch den 1-zu-1-Abgleich wieder auf.

Fast so als wäre es gestern gewesen.

http://dearphotograph.com/
http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,773091,00.html

"Entschuldigen Sie…

haben Sie ein bisschen Glitzer für mich?“
Sätze, die nirgends Sinn ergäben und die niemand sagen würde. Doch hier, auf der Fusion 2011 in Lärz an diesem einen Wochenende ist niemand auf der Suche nach dem höheren Sinn. 
Es ist, was es ist: Die Suche nach Glitzer, Klang und Ferienkommune sind für ein paar Tage das meist vernommene Begehren der Menschen. 

Die Leute glitzern, tanzen unter der Turmbühne, die im Rhythmus der Musik meterhoch riesige Feuerbälle speit und die Gesichter der Menschen wärmt. 
Schilder luken aus der Menge hervor. So wie das von Dennis. Er hat sich Mühe gegeben. „Auffallen, wir müssen auffallen“ und deshalb hat er all seine Hosentaschen mit Konfetti und anderen Kinder-Partyartikeln ausgestattet, sein Gesicht wie viele andere auch mit Glitzer verziert und sein liebstes Partykostüm ausgewählt. Das Schild hat er extra für die Fusion gebastelt. Es steht nicht nichts darauf, aber eigentlich schon. „Jawoll“ ist seine Aussage und „Jawoll“ gesellt sich neben „Quak“ und „ich bin hier“ in die Reihe der sinnlosen, aber erfreuenden Schildbeschriftungen. Ein anderer hat sein Grillgitter zum Partyschild transformiert. Mit Pappe rankt darauf eine Sonne in Abwesenheit der echten. Darunter stecken gelbe Knicklichter. Ein Hoffnungsschimmer. 
Ferienkommunismus. Dafür ist man angereist. 

Obwohl das Wetter nichts Gutes verspricht, sind die Menschen gut drauf. Selbst tagelanger monsunartiger Regen, der die Zelte nass oder sich komplett auflösen ließ, trübt diese gute Laune nicht.  Man arrangiert sich in der Parallelwelt, tanzt in Pfützen und kombiniert das Partykostüm eben mit Leopardengummistiefeln.
Es könnte das Jahrestreffen der Hobbyangler sein, wenn man die Friesennerze und Gummistiefel sieht – oder eben doch einfach die Fusion 2011.

Auf den Bühnen und den DJ-Pulten spielen sie 5 Tage lang, Alle Farben und Mogwai, Herr Koletzki und Bands mit Namen wie Zentralheizung of Death. Vor ihnen wippen ihre Jünger zum Takt. 

Wer Partydrogen zum Feiern braucht, bekommt sie hier. Die Frontscheibe eines PKW ziert eine Pappe mit schwarzen Lettern. „MDMA?“. Und man ist nicht sicher, ob dies eine Frage oder ein Angebot sein soll.
Rutger hingegen ist ohne Zelt und Schlafsack aus Amsterdam angereist. Er wird wach bleiben dieses Wochenende, unterwegs sein mit seinem Rucksack. Er fällt weniger auf in der Menge als andere. Das Verrückteste an ihm ist seine pinke Sonnenbrille und die Beule auf der Stirn. Aber denen, die wissen, was in seinem Rucksack steckt, fällt er auf. Einer dieser Wissenden ist ihm in eine stille Ecke gefolgt und Rutger packt einen Beutel mit Pilzen aus. Magic Mushrooms. Sein Kunde kauft ein ganzes Säckchen voll und drückt ihm Euro-Scheine in die Hand. Diejenigen, die den Handel beobachtet haben, folgen Rutger. Bis zur nächsten Gelegenheit, in der Rutger das nächste Säckchen füllt. 

Bis Freitag löst sich der Boden auf. Es regnet. Es gießt. Es gewittert. Ohne Unterlass. Abriss einer Parallelgesellschaft. Schützen, was noch nicht aufgeweicht ist. Mülltüten ersetzen das Glitzer am Freitag. Paletten werden zu improvisierten Stegen, um die Pfützenseen irgendwie heile zu überqueren. Wenn der Regen gerade einmal wieder schlimmer wird, rennen die Menschen unter die wenigen überdachten Stellen. Sobald der Regen nachlässt, laufen sie zur nächsten Bühne und tanzen weiter. „Wir müssen immer in Bewegung bleiben, sonst verklumpt das Blut“ so lautet die ungeschriebene Devise.
Als Bodi Bill am Roten Platz spielen, geht das vorüber geglaubte Unwetter  von vorn los und die Menschen drängen unter die einzige überdachte Bar in der Nähe. Sardinen in der Dose. Darunter Dennis und Philipp, die sich bis eben noch nicht kannten, doch jetzt ihre Bäuche aneinander drückend Anlass dazu finden, sich zu unterhalten. „If you’re worried about the weather, you chose the wrong place to stay“.

Marie ist zum ersten Mal hier. Viele Freunde hat sie hier zufällig getroffen, doch die, mit denen sie ursprünglich hier hergekommen war, hat sie verloren. Mit Glitzer im Gesicht sucht sie schon seit Tagen und findet immer nur die anderen. 
Gerade hat sie Mario gefunden. Sie beide saßen zur gleichen Zeit auf der selben Couch im Luftschloss. Mehr verbindet sie nicht. Doch Mario lädt sie ein, mit ihm zu kommen und das ist besser, als weiter allein durch den Matsch zu stiefeln. Am Ende des Tages stehen sie knutschend im Regen unter einem Pavillon. Übermorgen reisen beide ab. In unterschiedliche Richtungen. Mehr verbindet sie nicht. 
Später geht sie weiter mit anderen „Verwaisten“ mit. 

Auf der Turmbühne spielt inzwischen Extrawelt und der Tanzbereich ist voll. Regen ist keine Ausrede, das zu verpassen. Die Feuerfontänen des Turms pusten den Regen weg. Zumindest kann man sich das einreden. Wer keinen Schirm hat, bringt seinen Pavillon mit und tanzt darunter. 
Stefan spannt seinen Schirm und lässt ihn im Takt hüpfen. Marie hat auch ihn nur zufällig getroffen. Er spannt den Schirm auch für sie, damit sie nicht nasser wird als sie schon ist. Für eine Stunde bemühen sie sich, sich nicht zu verlieren. Die Gruppe der Verwaisten. Und verlieren sich am Ende doch. Der eine so, der andere so. Marie ist wieder weitergegangen. 
Vielleicht begegnen sie sich zufällig morgen wieder. Aber jetzt, jetzt macht sie sich weiter auf die ursprüngliche Suche nach ihren Freunden. Und findet sie vielleicht. 

Bis zum Montag hat sich die Zeltlandschaft schon gelichtet. Nicht jedem ist die Fusion ein durchnässter Schlafplatz wert. Wieder andere schnallen sich ihr Zelt inzwischen über Kopf und Bauch. Wer im Einheitsmatsch und Friesennerz noch auffallen will, muss sich so ein wasserdichtes Kleid kreieren. 
Eine bunte Trekkerfahrerin bringt Wasser zu einer auf dem Trockenen liegenden Bar und muss dafür durch eine meterbreite Pfütze fahren.
Sven fällt die Ironie dieser Situation auf und schreit tanzend „Ja! Wasser! Wir brauchen Wasser!“ vom aufweichenden Hangar. 

Zur selben Zeit bildet sich schon eine Schlange an der Ausfahrt. Wer nicht schon gestern die Flucht vorm Regen ergriff, tut es spätestens jetzt. Glücklich ist, wer ohne Hilfe des regionalen Traktorfahrers aus dem Matsch zur Ausfahrt kommt und nicht wie andere drin stecken bleibt. Die, die noch bis Montag bleiben, beobachten müde das Geschehen und freuen sich, noch nicht anstehen zu müssen. 
Auch für Martin aus Hamburg ist die Fete noch nicht vorbei. Mit dem Bier und der Zigarette in der Hand läuft er gröhlend über den Zeltplatz und ruft „Jo, raus hier, kommt ma alle nomma raus hier!“ in Richtung verschlossener und vielleicht verlassener Zelte. 

Nach knapp drei Stunden haben die anstehenden Autos ihr Ziel Ausfahrt fast erreicht. Die Autos stehen in Reihen nebeneinander. Marlene wirft Konfetti vom Rücksitz aus dem Fenster und erheitert kurz entnervte Mitwartende in den Nachbarautos. Ach ja, zum Spaß haben kamen sie ja vor ein paar Tagen her und hatten sie ihn trotz des Regenwetters.

Der Ferienkommunismus war nass und ist nun vorüber. Bis zum nächsten Jahr. Mit Glitzer und Konfetti. 

Namen und Geschichten sind Ersponnenes zum Beobachteten. 
















Karneval

mit Rittern…

… Trommlern…

 … Monstern…

…Tänzern…

 … Spidermen….

… Bussen…

 …. Jannis, dem Matrosen…

…vielen, vielen Menschen….

 …. Fabian und Lukas….

… und mir.

This could have been a story.

Sie sitzt in der U-Bahn. Die U7 ist voll wie immer um diese Zeit. Die Menschen haben Feierabend, sie fahren nach Hause und sie tut das auch. Sie ist gealtert die letzten Jahre. Dass sie raucht, sieht man ihr an. Die Lederjacke verjüngt sie, denkt sie und trägt sie daher etwas eitel. Ihre Arbeitskollegin, mit der sie den Weg bis hierhin bestritten hat, hat sich eben verabschiedet. Zuvor wurde ihr gesagt, dass sie der anderen Lieblingskollegin sei. Sie wusste nicht recht, wie mit dem Kompliment umzugehen und sagte einfach nichts, wechselte das Thema.
Nun fährt sie die restlichen Stationen allein. Sie holt ihr Buch raus. Ihre Hände zittern.
Wem es auffällt.
Es fällt ihm auf, der nur einen Platz Zwischenraum lassend neben ihr sitzt. Er hält sich an seinem „Rentnershopper“ mit Tigerprint fest. Aus den Flipflops schauen seine Männerzehen. Eigentlich ist es viel zu frisch draußen, um Flip Flops zu tragen. Er gleicht dieses Defizit mit einem Fleece-Pullover wieder aus.
Er ist es, der auf auf ihre zitternden Hände schaut und lächelt. Spottend? Vielleicht. Vielleicht auch nicht.
Seine Lippen formen Sätze. Er spricht zu ihr, ohne zu sprechen. Kein Ton. Nur ein Blick und die geformten Lippen.
„Entschuldigen Sie, ich liebe Sie leicht – Sie und ihre zitternden Hände, die sich an dem Buch festhalten“.
This could have been the story. In der U7. Warum nicht.

Panorama. Bar.

Entschuldigung. Aber seid ihr lesbisch oder transsexuell?
Nee, sorry.
Darf ich mich setzen?
Mach doch. Und du so?
Was?
Schwul oder transsexuell?
Nee, voll hetero.
Jaja.
Nein, wirklich. Ich würd dich jetzt eigentlich total befummeln, aber dann würdest du mir wahrscheinlich eine Schelle geben.
Richtich.
Na denn. Viel Spaß noch.
Dir auch.

A dialogue at Panorama Bar.

Fetngehn.

Tag der Kosmonauten beim schönen Christian.
60s-Mädchen.
Juja und ich tanzen. Von Anfang an.
Keiner ist betrunken. Echt nich‘. Wirklich! Na gut, vielleicht ein bisschen

Wer fehlt.
Irene. Marcel. Fabiansen. Lukas. Ein bisschen auch Andreas.
Denk drüber nach.
Wenn du magst.

„es gibt kein Kontra, nur Pro, denn du kommst sowieso.“

wir tanzn im Vier-Eck.

„Wenn du mich nur willst, weil ich dich nicht will, mach ich nich‘ mit.“

Für Irenchen et moi und die allgemeine Lebenssituation.
Weise.