First impressions of spring…

Ich habe länger nicht von mir hören lassen und ja, vielleicht gab es Gründe dafür.
vielleicht den, dass mein erst nur sehr kleines Halbzeittief sich in eine ausgewachsene Halbzeitunzufriedenheit gewandelt hat. Das war nicht schön und nicht einfach, doch gleichzeitig, so absurd es klingt, habe ich es als Teil dieser wunderbaren Erfahrung genossen.

Ich behaupte heute, dass es mir besser geht. Die Sonne trägt wohl seinen Teil dazu bei. Sie gibt mir einen ersten Eindruck vom Frühling hier, der verspricht großartig zu werden.
Diese Vermutung erscheint verfrüht, wenn man aus dem Fenster blickt und die Schneemassen sieht, aber ich wage es trotzdem, soweit zu denken.

Ich sitze gerade hier in meinem Zimmer. Ich habe meine Tasche gepackt. Heute werde ich verreisen. Ich reise. Das sagt man so selten, aber eine bevorstehende 15-stündige Nachtfahrt mit der schwedischen Eisenbahn, lässt nur die Assoziation der Reise zu. Morgen früh bin ich in Lappland. Mit mir fünf Mädchen.
Wir werden in einer gemütlichen Holzhütte wohnen, Hundeschlitten fahren, einen buchstäblich eiskalten Wodka im Eishotel konsumieren und ganz hoffentlich auch Nordlichter sehen. Herrjeh, darauf freue ich mich!
Wir werden schlimmste Mädchengespräche führen, abends in unserer Holzküche sitzen und Wein trinken. Harr.
Ich gerate ins Schwärmen. Später werde ich berichten, ob es wirklich so kam.

Das letzte Wochenende brachte mich zurück in die Heimat, Berlin. Zuhause.
Es ist jedes Mal komisch, in den Parallelwelten zu switchen. Erasmus ist so eine absurd andere Welt als die in Berlin.
Anlass für meinen Besuch war Svens Konzert. Element of Crime spielten in der Arena und zwei Stunden Musik, die Svenja, Tobi, Milka und mich ins Schunkeln brachten, waren den Kurztrip auf jeden Fall wert.
Genauso schön war es, meine Liebsten alle schon wieder zu sehen und auf vertrautem Pflaster umherzurutschen.
Wir tanzten, tranken und gingen spät ins Bett, so wie sich das gehört und wie es mir auf diese Weise so manches Mal in Stockholm doch fehlt.
Theater und schwedische Wiedersehen gab es dank Julias Inszenierung von „Fünf Mal Gott“ am Theater im Kino auch. Den nachfolgenden Liebeskummertröstedienst inklusive.
Komm mit, heute fühlen wir uns lebendig.
Hundert Prozent – im Prinzip.
Auf dem Weg zwischen den Kneipen Altlasten treffen – all das passiert nur hier und das ist so wunderbar.

Am Montag dann war das Wochenende viel zu schnell schon vorüber und gerne wäre ich ein wenig länger geblieben.
Doch mein Zimmer ist gerade in Stockholm und das ist auch gut so.
Tatsächlich, ich habe meine kleine Korridorfamilie schon wieder vermisst.
Reise. Das Bild gefällt.

Ich muss los. Bis bald, sagte sie noch.

Neulich als ich dachte.

Als ich neulich in der Nacht nach Hause lief und die letzten Meter bis nach Lappis ging, da hoppelten zwei Hasen durch den Schnee.
Als ich an ihnen vorbeilief, blieben sie stehen und bewegten sich nicht, hoppelten dann aber doch weiter.
In diesem Moment dachte ich nur: Schön!

Gestern war die Willkommensfete der neuen Australier.
Eigentlich ist es nur ein neuer Australier. Philipp. Er scheint nett zu sein.
Ich ging zur Fete, auch wenn es wieder nur eine dieser ewig gleichen Korridorfeten war.
Aber: Ich hatte Spaß, nette Unterhaltungen und war am Ende reichlich spät erst wieder daheim.
Ein guter Abend.

Heute erlaubte ich mir dafür, faul zu sein.
So faul, dass mein Frühstück auch gleichzeitig mein Mittag- und mein Abendessen war.
Und das auch nur notgedrungen zu mir nahm, weil Johannes an die Tür klopfte und sagte, er verhungere, wir müssen jetzt dringend zu ICA Tiefkühlpizza holen gehen.
So taten wir denn und ich musste meinen angewärmten Platz im Bett gegen Abend dann doch irgendwann aufgeben.

Ich habe den Tatort geschaut und später „Das Weiße Band“ mit Johannes und Chris nachgeschoben.
Ich bin nicht sicher, ob sie den Film mochten.
Egal.
Es ist spät, ich schließe die Augen, nachts um halb 2 in Stockholm.

Eine neue Woche verspricht bessere Zeiten nach kurzem Halbzeitblues.

Schlaft gut! Sov gott! God natt!



Wo war ich stehengeblieben…

Ich war kurz weg.
Ich hatte Besuch. Stephan war da. Das war gut, nachdem Jose am Sonntag abgereist und mir damit hier eine liebe Freundin weggebrochen ist.
Ich hab den Halbzeitblues.
Die Tage mit Stephan waren schön, durch den Stockholmer Matsch von Max Burger zu Max Burger stapfend hat er vielleicht auch einen kleinen Eindruck von der Stadt, meiner temporären Wahlheimat bekommen.

Neue Leute sind währenddessen eingetroffen, neue Gesichter, neue Nationalitäten, neue Geschichten.
Der erste Blick sagt, sie sind alle nett.
Mein Corridor wurde bereichert durch Maxime und Tiphaine aus Paris, Amy aus Glasgow und Katharina aus Tübingen.
Die schnelllebige Erasmuswelt.
Meine Klausuren habe ich derweil alle geschrieben. Nachdem mir Birger und Chris am Sonntag Abend noch eine Nachhilfestunde in ihrer Landessprache gaben, fühlte ich mich auch für mein Re-exam Schwedisch einigermaßen gerüstet.

Und nun? Was nun? Das neue Semester ist bereist gestartet, wirklich wichtig ist dieses nicht mehr für mich. Reisen will ich. Reisen und vielleicht hoffentlich auch Jose in Madrid besuchen.
Ich freue mich auf den Sommer hier, auch wenn die Vorfreude darauf vielleicht etwas voreilig ist.
Außerdem freue ich mich auf musikalische Inspirationen durch Mikael und Johannes.
Das sind die Gedanken um halb vier, nachdem gestern ein ganz schrecklicher Tag war.
Der erste Tag des einmal Durchatmens. Der erste Tag des Halbzeitrealisierens. Der erste Tag eines unbekannten Gefühls, das da sagte: Heute geht’s mir kacke.

Doch wenn es einem hier kacke geht, dann sind ja zum Glück so viele Menschen da, die einen aufmuntern. Auch das die Erfahrung des gestrigen Tages.
Mit Maxime, seinen insgesamt bezaubernden französischen Freunden und Chris gingen wir auf eine wie immer eher geht so seiende KTH Fete.
Ich habe den unglaublich rothaarigen Schotten Ross aus meinem Human Rights Kurs getroffen und gemerkt, dass die Neuen tatsächlich auch super sind.
Später gingen wir auf eine Fete in der grünen Villa, die sich anmaßte „Berlin“ zu sein und sich selbst so nannte.
Ich fand die Party eher so Köln. Aber Köln war bereits riesige Steigerung zur Musik, die einem hier sonst so die Ohren misshandelt.

Ja, ich hatte einen schönen Abend nach schrecklichem Tag.

Nebenbei: Dirks neues Liederalbum ist erschienen und heilt die geschundenen Öhrchen. Im Zweifel für den Zweifel entscheiden wir uns für Schall und Wahn.

In diesem Sinne. Adjö.

Erstaunlicher Weise…

… ringt mir die morgen anstehende Klausur sehr wenig Lernmotivation ab.
Bin ich ein schlechter Student?
Sollte ich ein schlechtes Gewissen haben?
Es ist viertel vor 4. Nachmittag. Draußen dämmert es. Jetzt erst.
Jeden Tag ein bisschen mehr.
Licht.
Und was es mit einem macht.
Es geht mir gut.
„Geh üben und dann versuch noch mal dein Glück“. Mach ich. Jetzt.
Ich berichte. Vi ses.

Zwischen einer Mütze Schlaf

No-Go-Menschen.
Ein Gedanke vor dem Schlafen gehen.
Warum gibt es sie, warum merken sie in der Regel nicht, dass sie no go sind,
warum müssen sie immer in deiner unmittelbaren Umgebung auftauchen und dir mit ihrem no go sein auf den Nerv fallen. Warum?
Mein No-Go Mensch leidet unter chronischer Selbstverblendung und einem vermutlich seit der Geburt vorhandenen Mangel an emotionaler Intelligenz und Verständnis für soziale Verhaltensregeln.
Mein No-Go-Mensch verkündet neue Trends, die eventuell vor Jahren den Trend knapp oder auch nicht so knapp verfehlt haben. In der Regel sollte man immer vom Gegenteil ausgehen, was mein No-Go-Mensch sagt.
Meinem No-Go-Menschen fehlt jeder Sinn für guten Geschmack, für Stil, für Ästhetik.
Mein No-Go-Mensch ist von hinten wie von vorne hundertprozent und fremdschamerweckend no go. Das Problem: Aufregen zwecklos, der No-Go-Mensch versteht dich sowieso nicht.
Er spricht eine andere Sprache als du, jedenfalls aber redet ihr immer aneinander vorbei.
Ein ungläubiges, verständnisloses Kopfschütteln ringt er mir ab.
Das ist für dich, No-Go-Mensch. Geh spielen.

„Alles was ich will ist, nichts mit euch zu tun haben.
  Das ist natürlich leicht gesagt,
  wenn man sowieso nicht dazu gehört.
  Sich rar machen bringt ja nichts,
  wenn es niemand merkt.“
  Tocotronic – Alles, was ich will ist, nichts mit euch zu tun haben.

Danke.

Zeichen und… Zeichen.

Ich komme soeben zurück von einem weiteren Abschied.
Katrin geht.
Zuvor hat der Tag bereits mit Abschiedsfrühstück angefangen. Frieda geht.
Der Gedanke daran, dass in nur wenigen Tagen schon so viele „Neue“ hier ankommen werden, ist gerade noch sehr absurd.
Die kleine schnelllebige Erasmuswelt. Kommen und Gehen. Come in and stay a while.
Ich bleibe noch ein bisschen. Merci.
Gleichzeitig kommt das immer gleiche Campusleben allmählich wieder in Gang.
Ich sollte lernen. Klausuren stehen an. Freitag.
Allmittwochs lockt die Gula villan. Zum ersten Mal im neuen Jahr.
Es ist das erste Mal, dass ich nicht reinkomme, weil es eine Schlange vor der Tür gibt.
Nun sind Schlangen, in denen man ohne weiteren Sinn steht, in Schweden nichts Ungewöhnliches.
Vor der Gula villan überrascht sie dann allerdings doch.
Vielleicht ist es Zeichen.
Zeichen dafür, dass der Abend nicht mehr ausgereizt werden sollte. Gehen oder bleiben.
Diesmal gehe ich. Doch in Gesellschaft. Mikael kommt gerade raus. Er wohnt nicht nur auch in Lappis, sondern auch im selben Haus, also gehen wir zusammen heim.
Ich habe das Gefühl, er ist unzufrieden mit irgendetwas. Am Ende hat ihn die Express-Pasta mit Instant-Pesto und ein bisschen Cello-Zupfen aufgeheitert, glaube und hoffe ich.
Jetzt ist es spät. Spät für einen Mittwoch. In der Küche sitzen nur noch Aleksandra, Nathan und Guglielmo, die anders als ich in der Gula villan waren.
Wir sind wieder komplett. Für ein paar Tage. Bis traurigere Abschiede anstehen. Jose. Aber noch bleibt sie. Für ein paar Tage und ein paar Stunden. In diesem Sinne: Gute Nacht.

Gehen die Leute…

Hier geht etwas zuende.
Ein Semester, für andere ein Jahr. Eine gute Zeit geht vorbei.
Heute haben Alex und Joss, die beiden Australier aus meiner Law Class ihr Farewell gefeiert.
Vielleicht lag es am Anlass, dass die Fete nicht so recht in Gang kommen wollte.
Vielleicht ist Lappis auch einfach noch im Winterschlaf.

Es ist komisch. Um mich herum gehen die Leute.
Ich bleibe. Es kommen Neue. Das alles in nur so wenigen Tagen schon.
Einige der Gehenden werde ich sehr vermissen.

Meine Zeit wird kommen im Jahr 2010…

Ich bin wieder in Stockholm.
Nachdem ich in Berlin und auch die ersten Tage in Stockholm mehr off- als online war,
hat diese Nachricht nun eine Woche Verspätung.
Ebenso wie mein Glückwunsch an euch alle für 2010.
Gott nytt år sagt man hier dazu. Genau das wünsche ich euch.

Mitgebracht hatte ich aus Berlin Jule und Daniel. Sie beide und ich feierten hier ins neue Jahr und ich
war irgendwie sehr glücklich darüber, nicht in Berlin geblieben zu sein.
Verpasst hätten wir sonst diesen wunderbaren Abend in meinem eiskalten Zimmer und diesen wunderbaren Blick auf die eingefrorene Ostsee, in der sich das Feuerwerk spiegelte.

Später trafen wir Feuerartisten, die uns kurzerhand auf ihre Fete einluden.
Dass die Welt sehr klein ist, merkte ich auch hier wieder einmal.
Ob ich Johan kennte, fragte man mich. Johan? Na klar! Johan hat ein Jahr in Berlin studiert und wir hatten ein paar Kurse zusammen. Jetzt sehen wir uns hier in Stockholm ab und zu.
Auf der Party war Johan nicht. Dafür kannten ihn alle und wir waren als eben noch Unbekannte plötzlich sehr willkommene Gäste.

So entwickelte sich das Silvester, für das es wie so oft vorher keinen Plan gab, zu einem sehr schönen Abend, der spät in den Morgenstunden wieder in meinem kleinen eiskalten Zimmer endete.

Seit Montag bin ich wieder allein. Auch mein Korridor ist nur halb besetzt. Ich war eine der wenigen, die im Voraus beschloss, das neue Jahr in Stockholm zu feiern. Viele andere meiner Freunde sind noch in ihren Heimaten.
Doch ich genieße ebenso, mal einen Moment für mich zu sein.
Es ist ruhig hier und auch die Stadt scheint noch im Winterschlaf zu sein. Bei Minus 18 Grad ist das allerdings auch kein Wunder.
Für morgen kündigt mein Stundenplan die erste Vorlesung in 2010 an.
Ich fühle mich noch gar nicht bereit dafür und würde mich viel mehr dem Kältetrott ergeben…
Aber was soll man machen.

Auf balde wieder. Hier und im Zoo.

hemma.

Seit gestern in Berlin.
Das fühlt sich komisch normal an.
Ich übernachte sogar in meiner Wohnung, die eigentlich gerade nicht meine ist.
Es verändert sich so wenig, wenn man weg ist.
Verändert man sich selbst?
Ich bin nicht sicher.
Versuche die Geschichten aus Stockholm zu erzählen und denke manches Mal,
in fragende Gesichter zu schauen. Aber wie sollen sie auch schauen.
Sie sind ja hier geblieben und alles was hier geblieben ist, hat sich zum Glück so gar nicht verändert.

Gestern war ich sehr müde.
Trotzdem war ich mit Eike und Karo unterwegs. Abends waren wir beim Inder um unserer Ecke essen.
Mit zum Platzen vollem Magen habe ich dann noch Marcel in der Ankerklause getroffen.

Ich musste schmunzeln und habe mich gefreut, als am Nachbartisch die Gespräche um Knut den Eisbären kreisten und ein alter Mann mit Hosenträgern bepackt versuchte, selbige an den Mann zu bringen.
„Servus! Endlich gibt es wieder Hosenträger“.
Ja, endlich. Da hatte er recht. Seine wollte ich trotzdem nicht kaufen.

Ich bin wieder zu Hause.

Euch wünsche ich schöne Weihnachten! God Jul!

Schlaf los. Schlaf! Los! Schlaflos.

In wenigen Stunden geht es nach Hause. Ins andere zuhause. Berlin. 

Seit Stunden schlaflos. 
Vielleicht ist es die vage Angst, dass mein Flug wie so viele andere gecancelt wird 
und vielleicht auch damit einhergehend die Ungewissheit, überhaupt anzukommen
oder nicht doch vielleicht – wie so viele andere – die Nacht auf einem Feldbett im Flughafen zu verbringen. 
Keine Teufel an Wände malen. 

„wie sie so durch das schneebedeckte Feld lief, fühlte sie sich so klein und 
gleichzeitig so frei und lebendig wie selten zuvor.“, dachte K. gestern. 

zwischen einer Laundry

… ist Zeit für ein paar Zeilen.
Habe soeben erfolgreich alle Wäsche in eine Waschmaschine geknallt. Ich glaube, das ist neuer Rekord.
Die Zeichen stehen auf Berlin.
Inzwischen freue ich mich.
Auch wenn ich mein Winterwunderland Stockholm gerade sehr ins Herz geschlossen habe.

Abschiede häufen sich. Gestern hatte Katrin zu einer kleinen Runde in ihr Zimmer geladen.
Dort habe ich Hendrik getroffen, was deshalb bemerkenswert ist, weil es spaß gemacht hat,
sich mit ihm die Bälle in Sachen Musik zuzuwerfen und er der erste hier ist, der mit beinah allen von
mir zugeworfenen Bällen etwas anzufangen wusste.
Ich ziehe den imaginären Hut.

Gestern auch habe ich es gewagt, in die Stadt zu fahren, um letzte Weihnachtsgeschenke zu kaufen.
Von Elchwurst bis zur schwedischen Musik ist alles dabei.
Dennoch hätte ich mir den Stress des Lastminuteweihnachtsshoppings in der Innenstadt gerne erspart.
Der Kaffee mit Julia entschärfte um Einiges angestaute Aggressivität.

Jetzt sitze ich hier zwischen Laundry und der nächsten Pflichtkür.
Zimmer putzen und Koffer packen.
Morgen früh schon bin ich in Berlin.
Ich freue mich, meine Lieben alle wiederzusehen.
Sogar überraschender Besuch aus Segeberg hat sich angekündigt.
Vorfreude aus Stockholm.

Bis morgen!

Tanz um den Baum

Ich war mit José und Guglielmo auf dem Weihnachtsmarkt in Skansen.
Das kostet Eintritt von immerhin 80 Kronen, beschert einem dafür aber auch das Weihnachtsmarkterlebnis
in traditionell historischer Atmosphäre.
Da es seit Tagen ununterbrochen schneit, waren unsere Füße schnell ausgefroren.
Es ist den Feuerstellen zu danken, dass sie nicht nach einer halben Stunde bereits abgestorben sind – die Füße.

Beim ersten Mal habe ich noch ungläubig zugesehen, wie die Schweden auf den Weihnachtmärkten hier in riesigen Runden um einen Weihnachtsbaum tanzten.
Heute habe ich den Mehrwert dieser erst etwas albern wirkenden Zeremonie erkannt.
Als die Füße gefühllos wurden, schlossen auch wir uns dem Tanz im Ringelreihn an – und siehe da, uns wurde wärmer.

Es war ein wirklich schöner Tag mit José und Guglielmo, den wir im Chokladkoppen bei heißer Schokolade und Tee ausklingen ließen.

Am Abend: Tentapub. Die KTH feiert geschriebene Klausuren auf diese Weise.
Beim letzten Tentapub war der Andrang so groß, dass wir nicht reingekommen sind.
Als ich die Schlange heute sah, dachte ich, der Abend mutiert zum Déjâ vu. Aber mit schummeln sind wir nach kurzer Zeit doch reingekommen.

Die Fete trotz 5 bemühter Tanzflächen eher mittel- bis gar nicht gut. Aber mit Alkohol erträglich.
Es ging auch vielmehr um den höheren Zweck. Das letzte Mal ausgehen mit halb kompletter Corridorfamilie. Jeden Tag wird es einer weniger. Ich werde am Mittwoch eine der letzten sein, die nach Hause fährt.

Tentapub. Ich habe Gespenster gesehen, die keine waren. André, mein brasilianischer Lebensretter, der lange verschollen und Mittwoch wieder aufgetaucht war, war auch heute da.
Ich bin mir sicher, wir haben uns gesehen.

Am Ende gehe ich allein nach Hause. Fünf Tanzflächen bieten genug Raum, um alle aus den Augen zu verlieren, mit denen man hergekommen war.
In der Tunnelbana aber treffe ich Johannes.
Im Schnee laufen wir mit der Heimkommerkolonne nach Hause…


neu.

Inspiriert von den Geschichten der anderen, nun mein Versuch, mich in die Form eines Blogs zu pressen.

Vorweihnachtsstimmung macht sich bemerkbar. Abschiede liegen in der Luft.
Nach Lukas ist heute auch Chris nach Hause gefahren. Ich werde eine der letzten sein, die heim fährt.
Ich fühle mich zwischen Freude auf die Freunde in Berlin und leichter Endjahresmelancholie hin- und hergerissen.

Mit José einen ausgiebigen Spaziergang durch den Schnee gemacht. Ich bin nicht sicher, ob ich jemals so viel Schnee gesehen habe. Es ist wunderbar!
Glögg und selbstgebackene Plätzchen mit José helfen, wieder aufzuwärmen. Home 2.