Allah-Las

Gestern Warpaint, heute Allah-Las.
Der Gegenentwurf. Gestern Frauen-Rock, heute Jungs-Show.
Irgendwie schmutziger, irgendwie berauschter, aber irgendwie auch so viel lustloser.
Aber vielleicht wirkte das auch nur so…
Nach einer Stunde ist Schluss. Zwei halbherzig runtergespielte Zugaben.
Schade. Denn ihre Musik ist doch so schön und steter Begleiter in meiner Examenslernerei gewesen.
Aber was solls… Eine Rockstarattitüde will eben gelernt sein.

Warpaint

Nachdem Warpaint 2014 ihre Tour abgesagt haben, nun endlich der Tag, um sie live spielen zu sehen.
Das Astra ausverkauft. Aber Warpaint ist auch die beste Girlband derzeit. Das neue Album ist poppiger als die alten. Sie sagen selbst, Hip Hop und Janet Jackson seien Einflüsse gewesen und ja, das hört man.
Aber die hellere Seite steht ihnen genauso gut wie düsterere Zeiten.
Und immerhin, die kommen heute ja auch zur Geltung. Etwa dann, wenn Warpaint „Love is to Die“ zum besten geben.

Auch die Vorband macht heute Spaß. Aldous RH. Natürlich kommen sie aus Manchester. Funkig, ein bisschen soulig sogar, rockig. Irgendwie 70er.

Hach, wenn ich groß bin, will ich auch ne Mädchenrockband haben…


Rückblende in Bildern: Warpaint live in Berlin

Bilder von Markus Werner hier

Small Town Boy

Hach, Falk Richter.
Ich bin ja Fan… Aber das ist bekannt.

Im Gorki wurde Small Town Boy wiederaufgelegt.
Darin nimmt sich Falk Richter die LGBT-Bewegung im politisch-sozialen Kontext vor.
Großartig:
„Ich erzähle euch mal ’nen Witz. Erika Steinbach ist Beauftragte für Menschenrechte.“

Wieso gelingt es eigentlich Falk Richter wie keinem anderen so gut, die Absurditäten aktueller Tagespolitik so sehr auf den Punkt zu bringen?

Entschädigung

Dieser Tag entschädigt für die letzten vier Wochen ohne Licht und Sonne.
Schadensersatz für trübes grau in grau.
Heute versuchen wir so viel Licht aufzusaugen wie es nur geht.
Auf dem Flohmarkt am Marheinekeplatz
und auf dem Tempelhofer Feld.
Dort, wo die Bäume sich unbemerkt ganz golden gefärbt haben.
Und wo ein Drache höher fliegt als der andere.
Ähnliches Schauspiel auch in der Hasenheide. Zumindest farblich.
Danke für heute. Es entschädigt so viel!

Ein Brief an Dirk. Oder eine Einladung.

Man darf den Erwachsenen nicht trauen.
Tocotronic.
Jugendmusik.
Dirk.
Zurückversetzt.
Ich habe 23 Jahre mit mir verbracht.
Wir sind hier nicht in Seattle, Dirk.
Hi Freaks.
Kapitulation. Oh, oh, oh ohhhh.

Brief an Dirk:

Hallo Dirk.
Du hast meine Jugend beeinflusst.
Die Idee ist gut, doch die Welt noch nicht bereit.
Spontane Rebellion und so.
Jetzt werde ich dreißig.
Im März. Vielleicht ist die Frage naiv, aber du wohnst ja auch in Berlin, und da dacht ich, ich frag einfach mal:
Würdet ihr zu meinem Geburtstag kommen?
Ich glaube, auch meine Freunde würden sich freuen.
Wenn ihr ja sagt, organisier ich ’ne Bühne. Versprochen.
Ich kann mir noch gar nicht vorstellen, dass ihr, meine Jugendhelden, ja sagt.
Aber man kann ja mal fragen.

Beaucoup d’amour.

Deine K.

Closing Party 3hd im OHM

Das OHM steht nicht mehr. Seit gestern.
Closing Party des 3hd Festivals im OHM.
Uniiqu3 und DJ Paypal haben den Laden abgerissen.
Simply killing it.

Wieder einmal: no pics because it happened.
Aber ungefähr so:

This love

is never ending.
Radiohead auf dem Lollapalooza Festival in Berlin vor ein paar Wochen.
Das Ticket hatte ich verkauft.
Lissabon kam dazwischen.
In der Hoffnung, sie nächstes Jahr so ganz allein ohne Kommerzfestival drumherum zu sehen.
Ihr Auftritt war natürlich grandios.
Dank Arte kann man sich das Konzert nach Hause holen. Dann wäre man wieder gern dabei gewesen.
Sei’s drum.
This love is never ending trotz anderer Prioritätensetzung this year.

(Grand amour sowieso. Aber sehr ab Minute 48.)

Goat.

Psychedelischer Rock aus Schweden im Berghain.
So unter der Woche sieht es hier ganz anders aus.
So klein.
Fast schon heimelig.
Weil es das Berghain ist, sind auch heute keine Fotos erlaubt.
Die beiden Frontfrauen von Goat im ebenso psychedelischen Kostüm wie ihre Musik.
Sie tragen schwarz weiße Gewänder und Federmasken.
Auch der Rest der Band ist verhüllt und nicht zu erkennen.
Es ist eine Art rockige Geistervertreibung im Stile Afrikas, die hier stattfindet.
Und auch irgendwie genau das nicht.

So in etwa wie in Brüssel.

Post aus Japan.

Von Thom Yorke.
Zumindest quasi.
Ich verstehe kein Wort,
aber die Bilder von Taro Mizutani sind großartig.
Rolling Stone Japan Issue 10 featured Thom Yorke.

Kanelbullar Dag

Skandal!
Am vierten Oktober war wie jedes Jahr Kanelbullar Dag, der schwedische Zimtschnecken-Feiertag,
und ich habe keine Zimtrolle gegessen.
Zusammen mit I. holen wir das heute nach.
Bei gemütlichstem Kaffeeklatsch-fika-Wetter in der gemütlichen Küche.
I.s Neuinterpretation enthält neben Zimt noch geriebenen Apfel.
Mumms filibabba! som de säger i Sverige.

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Herbst

in den Schillergärten.
Alles, was du brauchst, ist da.
Letzte Sonne.
Eine Sonnenblume in der Nähe.
Eine Bank und dein Buch.

All you need.

T., Rummelsbucht, über 20 Grad im September und ein Flamingotretboot.
Alles, was du brauchst.
Mehr brauchst du nicht.
Ich jedenfalls nicht.

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Jugendgefühl.

Dirk und Arne.
Tocotronic und Beatsteaks.
Alles in einem Song, in einem Video, einem Film.
Tschick, Fatih Akin. Tocotronic, Beatsteaks.
Danke.

TNZKLB.

Wiedersehen mit den Breslau-Kids. T.s Gäng macht ’ne Fete, bei der Tanzen Muss ist.
TNZKLB. Ganz einfach.
Es gibt Pop und Perlen der Vergangenheit.
Wir sind noch erstaunlich textsicher…
Und keiner kann den Ausdrucktanz so gekonnt wie wir.

Wahlkampf

Es ist Berlin-Wahl am morgigen 18. September.
Wahlkampf am lustigsten führt jedenfalls die Partei.
Hier in Neukölln versucht ein Abgeordnetenhaus-Bewerber
mit seinen Vorlieben für Gangster Rap der 90er zu überzeugen.
„2Pac Shakur ist der Beste.“ Word.

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Namosh & Chloe Griffin in der Galerie Wedding

Namosh ist definitiv einer dieser Künstler,
die ich schon seit Jahren einmal live sehen möchte und wahrscheinlich gerade deswegen
kreuzten sich unsere Wege nie.
Heute soll das anders sein. Heute spielt Namosh in der Galerie Wedding.
Vernissageatmosphäre. Man weiß nicht recht, ob die Leute wegen Namosh oder der Kunst hierherfanden.
Neben Kulturtante steht Neuköllnhipster steht Weddingpunk steht der ältere Türke mit Bauchansatz.
Vor mir steht Mathestudent.
Zunächst ganz scheu. Die Meute schaut Namosh beim Körpertanz zu.
Doch dann verwandelt sich die Kulturtante wohl ganz geplant in Chloe Griffin, die zusammen mit Namosh ganz körperlich und ganz sexuell den Körper zur Musik bewegt, am Boden liegt und mit dem Mathestudenten ihren Balztanz aufführt.
Alle Hemmungen sind spätestens jetzt gefallen.
Party mit Namosh und alle machen mit.

Dreißig werden.

Dreißig wird J. und deshalb sind wir da.
Irgendwo zwischen Sintra und Lissabon.
Zwischen Fincas und Surferstränden.
Meistens am Pool und mit Flamingo.
Oder in der minzefarbenen Hängematte.
Jedenfalls in Portugal.
Dreißig werden kann so sonnig sein.
Anfang September.
Alles Gute, liebe J.!

Lisboa.

Ein paar Tage Lissabon mit V., ehe es aufs Land zum
Geburtstag feiern geht.
Seafood, Vinho Verde und Pastels.
Fahren mit der süßesten Straßenbahn der Welt.
Mindestens.
Portwein und ne Bloody Mary auf der Rooftop Bar.
Lauter nette Leute.
Eine echte Taubsi im Schaufenster.
Eine free Guided Tour für 14 Euro.
Darauf fallen wir nicht rein.
Wir fallen von ganz allein in die schönen Orte.

Throwback Days.

S. wird 30 Jahre alt.
Erasmus in Stockholm ist 7 Jahre her.
Wir werden alt.
Und die Zeit ist so schnell vergangen.
Trotzdem ist es, als wäre es gerade gestern gewesen,
dass ich eure schönen Gesichter das letzte Mal gesehen habe.
Doch es war Sommer 2010 und nicht gestern. In Wahrheit.
Verändert haben wir uns kaum.
Und feiern können wir noch immer ganz ausgezeichnet zusammen.

Gartengeburtstag.

Geburtstage der besten Menschen um mich herum.
Der dreißichste von I. und zweiunddreißichste von D.
Im Garten in Zeuthen.
Wie schon vor zwei Jahren.
Da gab es noch weniger Knirpse, die rumkrabbelten.
Irre. Und irre heiß. Aber auch irre schön.
Es gibt Gitarrenständchen, Bowle, Büffé und Pflaumenkuchen.
Also gibt es nichts, das es nicht gibt.
Das Beste für dich und für dich!

XL Middleton und Moniquea in der Loftus Hall.

G-Funk im überwiegend männlichen Publikum.
Moniquea singt vorm DJ-Pult.
Es ist D.s Geburtstag und deswegen fange natürlich ich
die Tour Promotion CD für ihn.
Happy Birthday! singt am Ende auch Moniquea für D.

What’s love? Wrocław

Kultur in vollen Zügen.
Denn Breslau ist Kulturhauptstadt.
Und weil Breslau Kulturhauptstadt ist, fährt nach Breslau der Kulturzug.
Endlos überfüllt, wer Pech hat, muss den Bus nehmen.
Wer den Bus nehmen muss, dem entgeht dann auch das Kulturprogramm.
Ein Quiz wurde geboten und eine mobile Polen-Bibliothek.
Und bunte Bilder.
Berühmte polnische Persönlichkeiten sind hierauf zu sehen.
In unserem Zug irgendwie nicht.
Und obwohl wir wie echte Polen-Experten alle Fragen richtig hatten,
gewinnt am Ende Peter Altmaier. Is‘ klar.

Breslau ist schön und Kultur.
Zumindest am Samstag.
Am Marktplatz, der an Antwerpen erinnert, essen wir Piroggen.
Und trinken Vodka. Was sonst.
Eine Ecke weiter erinnert Breslau an Leipzig.
Oder Stockholm. Oder Budapest. Oder oder oder.
Brücken gibt es viele. An die ketten Brautpaare ihre Schlösser.
So auch heute. Die Hochzeitsgesellschaften machen sich hier gegenseitig Konkurrenz.
Wir sammeln Herz-Konfetti an der Hochzeitskapelle auf.
So haben auch wir was von der Liebe der anderen.
Beim Käse-Opa gibt es Räucherkäse mit Marmelade.
Iss einen und du musst so bald nicht wieder essen.
Darauf einen Vodka.

Am Sonntag Kultur nochmal anders. Denn am Sonntag gießt es aus Eimern.
Take me to the mall. Wir verbrennen Schlonzen beim Sonntags-Shopping.
Sowas gibt’s auch in Kulturhauptstädten und hat den Vorteil,
dass man sich nicht nass macht.

Zurück geht es ebenso in vollen Zügen.
Und nicht mit dem Bus.

Sommer am Weißensee.

Hier ist Berlin noch irgendwie anders.
Badeurlaub am Weißensee.
Jetzt haben wir ja Zeit.
Arbeitslose Volljuristen, die wir sind.
Gegenüber leuchten die Hollywood-Letter vom Strandbad.
Wir baden wild.
Mit uns viele andere.
Sie sind es, die die Fontäne versenken.
Diese Rebellen.
Wir machen nur Brustschwimmen.

Lange Tafel Bergmannstraße

und das alljährliche Spaghetti-Essen.
Heute war ich zu spät für Dialog und Spaghetti,
hübsch ausgesehen hat es aber dennoch.

Parallelwelt.

Musike, Techno, wummernde Bässe, eine Milliarden blinkende Schilder.
Die Mädchen sind angemalt. Ohne Glitzer und Geblinke geht hier nämlich gar nichts.
Karaoke hier nur mit unter einem Feigenblatt blitzenden Popo.
Wer am schrägsten singt, hat die meisten Fans.
Super Mario Land gibt es hier ganz wirklich.
Komm, mach es dir neben der fleischfressenden Pflanze bequem.
Vielleicht entdeckst du ja das Extra-Level.
Extrawelt sind auch wieder dabei.
Des Nachts streifen alte Bekannte den Weg.
Die größten Glühwürmer der Welt.
Treffen sie sich manchmal, werden sie ganz rot.
Alles leuchtet und Drachen speien Feuer.
Hier spielen zwei mit Blitzen. Sowas Helles hast du noch nicht gesehen!
Und am Tage klettern Stelzenmenschen auf LKWs.
Oder dir über den Kopf hinweg.
Gibs zu, ein bisschen gruselig sind die schon, diese Gestalten.
L. gibt jedem von uns eine Massage beim Tanzen.
Los, lass dich ruhig fallen.
Und F. darf die größte Fahne der Welt schwenken.
Wenn ich jetzt nicht gleich zur Schicht müsste.
Ach egal, wir tanzen, bis es wieder hell ist.
Denn nächstes Jahr, nächstes Jahr fällt die Parallelwelt aus.
Also tanz, solang du kannst.

letztes Jahr so: auch janz schön.

Midsommar på Åland.

Wegen Midsommar ein paar Tage früher aus Brüssel gekommen.
Ein schönes Wiedersehen mit Stockholm, dem besten aller J.s und all der
anderen Stockholmer Freunde.
Mit der Fähre geht es nach Åland.
Alle kaufen Bier im twentyfour’er.
Tax free und so.
Mit dem Taxi zu K’s Sommarstuga.
In unserem gibt’s Sternenhimmel.
Es gibt Sill und Snaps, der gute Aquavit.
Nach zwei oder dreien davon singt selbst D. in fließendem Schwedisch
die Midsommarlieder mit.
Es wird nicht dunkel.
Nein, es wird nicht dunkel.
Nicht um Mitternacht und nicht danach.
Es wird nur wieder heller.
Mutige nehmen die Sauna kurz vorm Schlafen gehen.
Wir sind alle mutig.
Die Ostsee ist Abkühlung danach.
Wir puzzlen und wir spielen Spiele.
Entschleunigung auf der Insel.
Im Femkamp, Fünfkampf, verlieren wir nur knapp.
Ich glaube, es liegt an M.s perfekter Maibauminterpretation.
Immerhin um ihn tanzen die Kinder im Ringelreihn.
Um unseren zugegeben etwas sexistisch gestalteten A. tanzt keiner.
Aber immerhin schält niemand so gut wie wir eine Kartoffel mit einem Hammer.
Und keiner spuckt Gummitiere so weit wie wir. Wirklich.
Am Midsommarabend das alte Spiel.
Ein Fest im Hotel.
Eine Coverband spielt besser als die Origniale.
Und Michael Jackson lebt. In echt ist er blond und keine 20 und heute Abend auch hier.
D. bekommt Komplimente von hippen Schweden-Teens.
Sein Shirt sei „very hip in Sweden“.
Wenn der wüsste, dass das in Brüssel mindestens genauso hip war.
Midsommar mit den besten.
Als wir nach Hause kommen, ist das Licht noch mystischer als sonst.
Die See ist still, ein Spiegel so glatt.
Twitter- und Hashtagbenutzer würden dazu „no filter“ sagen.
Keine Worte für so viel schön.
Es könnte ewig so weiter gehen, warum bleiben wir nicht hier?
Aber kaum ausgesprochen sitzen wir auch schon wieder im Flieger nach Hause.
Tack så mycket für dieses wunderbarste aller Midsommarfeste!

förra år: http://zwischenseite.de/midsommar-auf-aland/

Erdbeermond

Ich bin so wild nach deinem Erdbeermund.
Ach nein, das war Kinski.
Heute gabs den Erdbeermond.
Vermutlich weil heller als der Blutmond erst neulich.
Hier leuchtet er überm Tempelhofer Feld.
Als die Junikäfer verscheucht waren.

Au revoir, liebster Braxel.

Ja, nun, drei Monate sind nicht die Welt, das war ja klar.
Aber drei Monate sind am Ende doch ziemlich schnell vergangen.
Viel zu schnell.
Schade eigentlich.
Tschau, Braxel, altes Haus.
Du warst wieder gut zu mir.
Ich komme sicher bald wieder!

Heute geht es mit dem Zug nach Berlin.
Am Gare du Nord treffe ich ein rührendes Mädchen.
Keine zwanzig, schwarze Locken bis zum Popo, zerrissene Jeans und kleine Tochter. Sie spielt mit dem Puderspiegel ihrer jungen Mama. Alternativ mit dem Mascara aus der Schminktasche. Spielzeug hat sie keines dabei.
Die junge Mama ist offen, spricht mich an. Auf Deutsch. Gutem Deutsch.
Ob ich selbst Kinder hätte.
Ich schüttele den Kopf.
Was ich in Brüssel wolle. Was will man denn hier? Hier ist vieles so schlecht, sagt sie. Viele schlechte Menschen. Hast du von dem Terrorverdacht gestern gehört? Schlimm.
Ich sage, dass ich Brüssel eigentlich ganz gerne mag und hier gearbeitet habe für ein paar Monate.
Uns trennen Welten und sie berührt mich irgendwie. Ich glaube, ihr linkes Auge ist stark überschminkt und ich hoffe, dass es unter all dem Puder nicht wirklich blau schimmert.
Bist du verheiratet?
Nein, bin ich auch nicht…
Ich fürchte, sie ist.
Wohin fährst du denn?
Nach Berlin, da komme ich her. Über Köln.
Ah! Dann können wir zusammen aussteigen. Ich fahre von dort aus weiter nach Essen. Meine Oma wohnt da.
Hier schau, ich muss zum Gleis 13.

Als der Zug einfährt, steigen wir zwar noch in den selben Waggon, aber verlieren uns aus den Augen.
Auch am Gleis sehen wir uns nicht mehr.
Ich steige in Köln in den ICE nach Berlin.
Neben mir sitzt Elfi. Eine Rentnerin aus Berlin. Ur-Berlinerin.
Sie hat jahrelang in einer Kneipe gearbeitet.
Alle haben sie gemocht.
In Köln wohnt ihre Tochter mit den Enkeln.
Vor kurzem habe sie ihre Mutter beerdigt.
Ein schwieriges Verhältnis hatte sie zu ihr.
„Sie hat mir irgendwie übel genommen, als ich in dieser Fernseh-Reportage teilgenommen habe.“
Irgendwer muss es ja machen. So der Titel.
Sie will, dass ich die Doku google und ich mache es.
Wir sprechen über Tod und ihre Mutter und über den Glauben zu Gott.
Ich bin nicht sehr gläubig, beichte ich ihr.
Ich glaube, das wiederum findet Elfi schade.
Als wir nach 4 oder mehr Stunden am Hauptbahnhof ankommen,
legt sie mir ihre Hand auf die Schulter.
Gott behüte Sie. oder sowas hat sie zu mir gesagt.
Dann war Elfi weg.

Am Bahnhof holen mich D. und meine Frau Mama ab.
Ich bin wieder da.
Tschau, Braxel! Hallo Berlin!

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Psychedelische Beursschouwburg

Immer noch und noch den ganzen Juni über findet in der Beursschouwburg das Out Loud! Festival statt.
Heute lädt es zu einem psychedelischen Abend ein.
Niemand Geringeres als die White Hills und die Psychic Ills spielen hier heute Abend.
Das Ganze umsonst.
Im Publikum so schön angezogene Menschen. Ein kleines Gefühl von Zeitreise in die 70er Jahre. Optisch.
Auch der Drummer der White Hills sieht so toll aus.
Lange Locken fast bis zum Po. Und ein Schnauzbart wie du ihn noch nie zuvor gesehen hast. Irre.
Wir sind teilzeitverliebt.
Ein schöner letzter Abend.
Morgen geht es mit dem Zug in die Heimat…

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Fußball in de Haus.

Nun ja, heute spielt die Mannschaft.
In Brüssel sind – what a surprise – viele Deutsche.
Und gefühlt alle Deutsche gehen ins „de Haus“, um heute Fußball zu gucken.
Das war abzusehen.
Das de Haus eifert nämlich relativ offenkundig seinem Berlin-Kult nach.
Es gibt Drinks, die hier Berghain heißen und so.
Schöner war da schon die WM mit Ocanto. Man erinnert sich, immer wieder neue Open Air Schauplätze
in der Stadt verteilt, manchmal mit Trompeter, manchmal mit Parkkarussell. Immer mit Fernseher im Lastenfahrrad.
Ocantos neues Projekt aber dreht sich um Pools. Deshalb kein Public Viewing im Freien,
sondern de Haus. Es ist nun einmal so.
Ein nicht so spannendes Spiel heute.
Was sicher nicht an der Location liegt.
Auf dem Heimweg dann belgische Kuriositäten.
Warum nicht ein Dixieklo in den Hauseingang stellen?
Why not, why not?
Eben.

EM.

Déja-vu-Zeit.
Als ich vor zwei Jahren hier war, war WM.
Dieses Mal EM bei den Nachbarn in Fronkreisch.
Während einige Bekannte tatsächlich auf den Rängen im Stadion sitzen,
sitzen wir auf den gerade so nicht mehr im Regen stehenden Bänken vom Stam.
Belgien spielt gegen Italien.
Und verliert leider.
An uns hat es aber sicher nicht gelegen.