Tanz um den Baum

Ich war mit José und Guglielmo auf dem Weihnachtsmarkt in Skansen.
Das kostet Eintritt von immerhin 80 Kronen, beschert einem dafür aber auch das Weihnachtsmarkterlebnis
in traditionell historischer Atmosphäre.
Da es seit Tagen ununterbrochen schneit, waren unsere Füße schnell ausgefroren.
Es ist den Feuerstellen zu danken, dass sie nicht nach einer halben Stunde bereits abgestorben sind – die Füße.

Beim ersten Mal habe ich noch ungläubig zugesehen, wie die Schweden auf den Weihnachtmärkten hier in riesigen Runden um einen Weihnachtsbaum tanzten.
Heute habe ich den Mehrwert dieser erst etwas albern wirkenden Zeremonie erkannt.
Als die Füße gefühllos wurden, schlossen auch wir uns dem Tanz im Ringelreihn an – und siehe da, uns wurde wärmer.

Es war ein wirklich schöner Tag mit José und Guglielmo, den wir im Chokladkoppen bei heißer Schokolade und Tee ausklingen ließen.

Am Abend: Tentapub. Die KTH feiert geschriebene Klausuren auf diese Weise.
Beim letzten Tentapub war der Andrang so groß, dass wir nicht reingekommen sind.
Als ich die Schlange heute sah, dachte ich, der Abend mutiert zum Déjâ vu. Aber mit schummeln sind wir nach kurzer Zeit doch reingekommen.

Die Fete trotz 5 bemühter Tanzflächen eher mittel- bis gar nicht gut. Aber mit Alkohol erträglich.
Es ging auch vielmehr um den höheren Zweck. Das letzte Mal ausgehen mit halb kompletter Corridorfamilie. Jeden Tag wird es einer weniger. Ich werde am Mittwoch eine der letzten sein, die nach Hause fährt.

Tentapub. Ich habe Gespenster gesehen, die keine waren. André, mein brasilianischer Lebensretter, der lange verschollen und Mittwoch wieder aufgetaucht war, war auch heute da.
Ich bin mir sicher, wir haben uns gesehen.

Am Ende gehe ich allein nach Hause. Fünf Tanzflächen bieten genug Raum, um alle aus den Augen zu verlieren, mit denen man hergekommen war.
In der Tunnelbana aber treffe ich Johannes.
Im Schnee laufen wir mit der Heimkommerkolonne nach Hause…