The Drums im Postbahnhof.

Well, ich glaube, die Drums und ihr letztes Album Portamento gehören zu den Platten, die ich in den letzten sechs Monaten am häufigsten gehört habe.
Es war deswegen, dass ich mir eine Karte für ihr Konzert in Berlin sicherte. Vielleicht war das ein Fehler.
Denn so wirklich zu verstehen war die Performance der Jungs aus Brooklyn nicht. Während der Keyboarder ein wenig in seiner eigenen Welt versunken schien und Drummer und Gitarrist Kaugummi kauend so gelangweilt wirkten, dass es nur noch ein letzter Akt der Höflichkeit war, nicht gähnend auf der Bühne wegzunicken, feierte Herr Pierce sich in seiner David Bowie-Tanzart vor allem selbst und schoss den Vogel leider ab, als er dann doch mal zum Publikum sprach.
Leider nur, um zu sagen „Well, you all paid for this, right? So we need to have some fun Berlin!“. Dem folgte „Money“ in einwandfreier Live-Version. War der blöde Spruch also vielleicht noch als unkreative Ankündigung für den Money-Song zu verschmerzen.
Nach einer Stunde war das Konzert dann vorüber. Ein bisschen mau, aber er hat ja recht, we all paid for this und viele der kreischenden Mädchen wird nicht mal aufgefallen sein, dass Herrn Pierces David Bowie-Tanzstil vielleicht andere Ursachen als natürliche Coolness hatte. Es wirkte einstudiert und unbesonders, fast wie von der Platte. Eine Show, die sie wahrscheinlich gestern in genau derselben Langeweile in anderen Städten abgeliefert hatten. Eines glaubte man ihnen aufs Wort: Dass sie froh sind, wenn diese Tour bald erledigt ist. Schade.