Überall Glitzer und Polizei.

auf einer Fete in der Kienitzer Straße.
Sieben Mannschaftswagen, die Zivilpolizei und der Zoll.
„Ey, das ist auf jeden Fall was Politisches, ich sag’s dir“, sagt Lukas zum geknickten Bewohner des Neukölln-Fabriklofts, dessen Party grad geräumt wurde.
Leise soll Lukas sein. Denn die Party-WG hat jetzt die Anzeige am Hals, aber auch noch das Glitzer im Gesicht, das bessere Zeiten vor ein paar Stunden vermuten lässt.

Im vierten Stock geht indes weiter, was im zweiten jäh beendet wurde.
Verena ist auf der Fete. Und wir.
Auch hier wohnen tatsächlich Menschen. Obwohl den Wohnzimmerboden Konfetti bedeckt und ein Zettel am DJ-Pult Setlist ist, die Musik bis in die späten Morgenstunden verheißt.
Benni schläft schon im Sitzen. Das macht er öfter auf Feten dieser Art.
Pavel trinkt Wodka, den er aus seiner russischen Heimat mitgebracht hat. Das tut er bereits den ganzen Abend.
Fiete baut sich eine Aromazigarette in seinem Zimmer, denn er ist einer derjenigen, die tatsächlch hier wohnen. Der Raum ist spärlich möbliert. Immerhin eine Diskokugel hängt an der Decke. Orientierungslosen zeigt Fiete den Weg zur Toilette. Auf der Tür zur Toilette weisen große Lettern darauf hin, dass die Spülung kaputt ist. Zum Spülen gehts in den 2. Stock, zurück also zum geknicktesten Partyschmeißer Neuköllns von vorhin.

Ein ansonsten nicht ganz unattraktiver Kerl sitzt in der Ecke. Merle hatte ihn schon früher an diesem Abend vernommen. Er hatte sich für eine Minute verliebt. Zumindest hatte er so ausgesehen. Derselbe Kerl knutscht jetzt mit der langweiligsten Frau im Raum. Es ist nicht Merle. Der Kerl guckt scheinbar immer verliebt.

Pavel ist inzwischen gegangen. Seinen Wodka hat er mitgenommen. Er hatte gehofft, mit einer Landsgenossin anzubändeln, die er eben schon beim Tanzen im Kreis gewirbelt hatte. Sie ist noch auf der Party geblieben. Ohne Pavel.

Benni gibt die Sitzhaltung auf und beschließt lieber in Kissen zu schlafen. Fabian und Merle kommen mit.

                                           Zum Spülen bitte zurück in den 2. Stock.