Von Gangsterrappern und Fashiontouristen

Fashion Week, Bread & Butter und das entsprechende Publikum.
Wer das Band hat, kommt in den Festsaal.
Hip Hop für die Models.
Im Hof französisches und englisches Gemurmel. A$AP Rocky wippt und rappt live.
Immerhin für 5 Songs.
Dafür hat man ihn extra vom Splash-Festival hierher gebracht.
Tschüss Motherfuckers. That’s what he said.
Man ist eben Gangster. Oder so.
Danach Kater Holzig.
Dasselbe Modelpublikum steht in Zweierreihn und wartet auf Einlass.
Wer das Band hat, steht nicht an.
„Hey, woher kommst du?“
„Aus Berlin.“
„Echt? Ich dachte, die gibt’s gar nicht mehr, die echten Berliner. Ich bin aus München! Aber zum Party machen ist Berlin einfach besser.“
„Well…yes…“
„Heyyyyy!!!!!!! I’m from Helsinki!!!!“, ruft ein älterer, hagerer Mann mit langen blondierten Haaren und einem pastellgelben Batikanzug. Wer hat hier eigentlich wessen Farbe angenommen?
„…“
„Where are you from?!?!?“, fragt er noch mit stierenden Augen und rennt schon dem Nächsten in die Arme.
„Heyyyyy!!!!!!! I’m from Helsinki!!!!“, schallt es aus der Ferne.
Als ob das wichtig wär.
Ein Mädchen rettet sich im Kater-Kanu vor dem Regen ans Ufer. Dicke Tropfen plumpsen in die Spree. Es ist schon hell, doch der Himmel grau. Die Konversationen finden unter dem Holzsteg statt. Die anderen tanzen im Trockenen.
„If you’re worried about the weather, you chose the wrong place to stay.“
Eine mittelalte, dickliche Frau macht den an ihrem Imbiss Vorbeiziehenden in der Köpenicker Straße immer noch Currywurst und Pommes rot-weiß. Auch jetzt noch, am frühen Morgen.
Sie wischt sich den Schweiß von der Stirn in den Ärmel.
Für uns ist es jetzt Zeit zu gehen.