Wo war ich stehengeblieben…

Ich war kurz weg.
Ich hatte Besuch. Stephan war da. Das war gut, nachdem Jose am Sonntag abgereist und mir damit hier eine liebe Freundin weggebrochen ist.
Ich hab den Halbzeitblues.
Die Tage mit Stephan waren schön, durch den Stockholmer Matsch von Max Burger zu Max Burger stapfend hat er vielleicht auch einen kleinen Eindruck von der Stadt, meiner temporären Wahlheimat bekommen.

Neue Leute sind währenddessen eingetroffen, neue Gesichter, neue Nationalitäten, neue Geschichten.
Der erste Blick sagt, sie sind alle nett.
Mein Corridor wurde bereichert durch Maxime und Tiphaine aus Paris, Amy aus Glasgow und Katharina aus Tübingen.
Die schnelllebige Erasmuswelt.
Meine Klausuren habe ich derweil alle geschrieben. Nachdem mir Birger und Chris am Sonntag Abend noch eine Nachhilfestunde in ihrer Landessprache gaben, fühlte ich mich auch für mein Re-exam Schwedisch einigermaßen gerüstet.

Und nun? Was nun? Das neue Semester ist bereist gestartet, wirklich wichtig ist dieses nicht mehr für mich. Reisen will ich. Reisen und vielleicht hoffentlich auch Jose in Madrid besuchen.
Ich freue mich auf den Sommer hier, auch wenn die Vorfreude darauf vielleicht etwas voreilig ist.
Außerdem freue ich mich auf musikalische Inspirationen durch Mikael und Johannes.
Das sind die Gedanken um halb vier, nachdem gestern ein ganz schrecklicher Tag war.
Der erste Tag des einmal Durchatmens. Der erste Tag des Halbzeitrealisierens. Der erste Tag eines unbekannten Gefühls, das da sagte: Heute geht’s mir kacke.

Doch wenn es einem hier kacke geht, dann sind ja zum Glück so viele Menschen da, die einen aufmuntern. Auch das die Erfahrung des gestrigen Tages.
Mit Maxime, seinen insgesamt bezaubernden französischen Freunden und Chris gingen wir auf eine wie immer eher geht so seiende KTH Fete.
Ich habe den unglaublich rothaarigen Schotten Ross aus meinem Human Rights Kurs getroffen und gemerkt, dass die Neuen tatsächlich auch super sind.
Später gingen wir auf eine Fete in der grünen Villa, die sich anmaßte „Berlin“ zu sein und sich selbst so nannte.
Ich fand die Party eher so Köln. Aber Köln war bereits riesige Steigerung zur Musik, die einem hier sonst so die Ohren misshandelt.

Ja, ich hatte einen schönen Abend nach schrecklichem Tag.

Nebenbei: Dirks neues Liederalbum ist erschienen und heilt die geschundenen Öhrchen. Im Zweifel für den Zweifel entscheiden wir uns für Schall und Wahn.

In diesem Sinne. Adjö.