Zeichen und… Zeichen.

Ich komme soeben zurück von einem weiteren Abschied.
Katrin geht.
Zuvor hat der Tag bereits mit Abschiedsfrühstück angefangen. Frieda geht.
Der Gedanke daran, dass in nur wenigen Tagen schon so viele „Neue“ hier ankommen werden, ist gerade noch sehr absurd.
Die kleine schnelllebige Erasmuswelt. Kommen und Gehen. Come in and stay a while.
Ich bleibe noch ein bisschen. Merci.
Gleichzeitig kommt das immer gleiche Campusleben allmählich wieder in Gang.
Ich sollte lernen. Klausuren stehen an. Freitag.
Allmittwochs lockt die Gula villan. Zum ersten Mal im neuen Jahr.
Es ist das erste Mal, dass ich nicht reinkomme, weil es eine Schlange vor der Tür gibt.
Nun sind Schlangen, in denen man ohne weiteren Sinn steht, in Schweden nichts Ungewöhnliches.
Vor der Gula villan überrascht sie dann allerdings doch.
Vielleicht ist es Zeichen.
Zeichen dafür, dass der Abend nicht mehr ausgereizt werden sollte. Gehen oder bleiben.
Diesmal gehe ich. Doch in Gesellschaft. Mikael kommt gerade raus. Er wohnt nicht nur auch in Lappis, sondern auch im selben Haus, also gehen wir zusammen heim.
Ich habe das Gefühl, er ist unzufrieden mit irgendetwas. Am Ende hat ihn die Express-Pasta mit Instant-Pesto und ein bisschen Cello-Zupfen aufgeheitert, glaube und hoffe ich.
Jetzt ist es spät. Spät für einen Mittwoch. In der Küche sitzen nur noch Aleksandra, Nathan und Guglielmo, die anders als ich in der Gula villan waren.
Wir sind wieder komplett. Für ein paar Tage. Bis traurigere Abschiede anstehen. Jose. Aber noch bleibt sie. Für ein paar Tage und ein paar Stunden. In diesem Sinne: Gute Nacht.